Wuppertal. Anlässlich seines 40-jährigen Bestehens realisiert das TiC-Theater in Cronenberg erstmals eine gemeinsame Inszenierung mit den Wuppertaler Bühnen. Die Kooperation markiert einen neuen Schritt in der langjährigen Verbindung beider Häuser und bringt zugleich zwei prägende Persönlichkeiten der lokalen Theaterszene gemeinsam auf die Bühne.
Im Zentrum der Produktion steht das Stück „Kunst“ der französischen Autorin Yasmina Reza, das seit seiner Uraufführung in den 1990er-Jahren internationale Bekanntheit erlangte und derzeit eine erneute Aufmerksamkeit erfährt. Die Handlung beleuchtet die fragile Dynamik einer langjährigen Freundschaft, die durch den Kauf eines kostspieligen, vollständig weißen Gemäldes ins Wanken gerät. Die daraus entstehenden Konflikte eröffnen Raum für eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Fragen des Kunstverständnisses und individueller Wahrnehmung.
Die Inszenierung übernimmt Ralf Budde, künstlerischer Leiter des TiC-Theaters. Eine der Hauptrollen wird von Thomas Braus, Intendant des Schauspiel Wuppertal, verkörpert. An seiner Seite steht Andreas Mucke, der seit Jahrzehnten das Ensemble des TiC prägt. Die Besetzung der dritten Rolle soll zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.
Die Premiere ist für Oktober im Theater am Engelsgarten vorgesehen. Anfang 2027 wird die Produktion anschließend im TiC-Theater in Cronenberg gezeigt. Aufgrund der unterschiedlichen räumlichen Gegebenheiten beider Spielstätten sind jeweils angepasste Bühnenbilder geplant.
Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Institutionen gründet auf einer langjährigen Verbindung, die von personellem Austausch und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist. Zahlreiche Künstler, die ihre Laufbahn am TiC begonnen haben, sind später an die Wuppertaler Bühnen gewechselt. Diese Entwicklung unterstreicht die Rolle des TiC als wichtige Talentschmiede für die lokale Theaterlandschaft.
Bereits in der Vergangenheit wurden beide Häuser gemeinsam für ihre kulturelle Arbeit ausgezeichnet. Die aktuelle Kooperation wird als konsequente Weiterentwicklung dieser Beziehung verstanden. Ziel ist es, die Stärken beider Einrichtungen zu bündeln und die kulturelle Vielfalt der Stadt weiter zu fördern.
In einer Zeit, in der kulturelle Institutionen zunehmend unter Druck stehen, gewinnt die Zusammenarbeit innerhalb der lokalen Kulturszene an Bedeutung. Die geplante Co-Produktion soll ein sichtbares Zeichen für die Bedeutung von Vernetzung und gegenseitiger Unterstützung im Theaterbetrieb setzen.
Kooperation zweier Wuppertaler Theater: Gemeinsame Produktion geplant
Daniel H/CCA