Wie können Städte klima- und umweltfreundlicher werden und dabei wirtschaftliche Chancen vor Ort schaffen? Die Antwort: Mit zirkulärer Wirtschaft, in der Ressourcen so lange wie möglich im Kreislauf geführt werden.
Das Smart City Projekt Smart Circular Wuppertal wurde ins Leben gerufen, um die Vision unserer Stadt als nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsstandort zu stärken. Das neue Vorhaben ist eng mit dem bereits laufenden Projekt Smart Waste Tal verknüpft und legt den Schwerpunkt auf das Thema Kreislaufwirtschaft.
Das Ziel ist, neue zirkuläre Geschäftsmodelle zu entwickeln und umzusetzen. Dabei geht es nicht nur um klassische Recyclinglösungen, sondern um innovative Ansätze, die das Prinzip der Wiederverwendung konsequent auf lokale Wertschöpfungsketten übertragen. Das Competence Center Smart City der Stadt Wuppertal hat sich erfolgreich beworben und wird bis 2028 vom NRW Landesförderprogramm „Circular Economy – CircularCities.NRW“ mit rund 2,2 Millionen Euro unterstützt. Die zwei Pilotprojekte, die beispielhaft für diesen Wandel stehen:
Das Reparieren von Gegenständen spart CO₂ – doch wie viel genau und welchen Unterschied macht das im eigenen Viertel? Mit diesem Ansatz startet das Pilotprojekt WiederGut, das Reparatur-Initiativen vernetzt. Mithilfe echter Daten und Zahlen aus dem Quartier soll sichtbar gemacht werden, welchen Beitrag Reparatur zur CO₂-Einsparung leistet.
Die gesammelten Daten werden in Form von interaktiven Karten oder Geschichten aus dem Alltag aufbereitet – und sollen so konkrete Handlungsmöglichkeiten im eigenen Umfeld aufzeigen.
Gemeinsam mit der Reparaturwerkstatt Arrenbergstatt wird ein Konzept zur einfachen, praxisnahen Datenerfassung entwickelt. Die Besonderheiten ehrenamtlicher Strukturen werden dabei genauso berücksichtigt wie unterschiedliche Reparaturschwerpunkte.
Obwohl das Konzept der Unverpackt-Läden inzwischen etabliert ist, wurde es bisher kaum auf die Außer-Haus-Verpflegung übertragen. Das Pilotprojekt MehrwegTal plant nun ein nachhaltiges Mittagsangebot mit regionalen Bio-Gerichten, die ausschließlich in Mehrwegbehältern angeboten werden – für öffentliche und private Einrichtungen.
Von Produktion und Anlieferung der Zutaten bis zur Rückgabe der Behälter wird die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet und digital abgebildet. Grundlage sind die im Projekt Unverpackt 2.0 der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) entwickelten Verpackungs- und Prozessstandards, die erstmals praktisch erprobt und weiterentwickelt werden. Kern des Projekts: standardisiertes Belieferungssystem, einheitliche Artikelkennzeichnung, elektronischer Datenaustausch zwischen allen Beteiligten. So entsteht eine funktionierende, skalierbare Lösung für verpackungsfreies Essen in der Gemeinschaftsverpflegung – mit echtem Vorbildcharakter.
Kreislaufwirtschaft: Zwei Pilotprojekte für den Wandel
Photo by Alexas_Fotos on Pixabay
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