Die Zahl der Drogentoten in Wuppertal ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Nach Angaben der Stadt starben 2025 insgesamt 13 Menschen an den Folgen des Konsums illegaler Drogen. Im Vorjahr waren es noch 17. Am internationalen Gedenktag für verstorbene Drogenkonsumenten erinnerten Angehörige, Betroffene und Vertreter von Hilfsorganisationen auf dem Von-der-Heydt-Platz in Elberfeld an die Verstorbenen.
Rund 50 Menschen nahmen an der Gedenkveranstaltung teil und gedachten Freunden sowie Familienangehörigen, die im vergangenen Jahr infolge ihres Drogenkonsums ums Leben kamen. Für viele Teilnehmer war die Veranstaltung von persönlichen Erinnerungen und emotionalen Momenten geprägt.
Die gesunkene Zahl der Drogentoten wird unter anderem auf die Arbeit der Suchthilfe zurückgeführt. Beratungsstellen, Angebote des ambulanten Wohnens für Abhängige sowie Einrichtungen wie das Café Cosa leisten nach Einschätzung der Stadt einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung suchtkranker Menschen und zur Prävention.
Darüber hinaus wird in Wuppertal über neue Ansätze in der Drogenpolitik diskutiert. Sozialdezernentin Annette Berg setzt sich dafür ein, einen kontrollierten Abgabeort für geringe Mengen bestimmter Drogen zu schaffen. Ziel ist es, den Schwarzmarkt einzudämmen und den Konsum unter kontrollierteren Bedingungen stattfinden zu lassen. Das Konzept orientiert sich am sogenannten Zürcher Modell.
Gleichzeitig beobachten Beratungsstellen eine besorgniserregende Entwicklung bei jungen Menschen. Nach Angaben der Fachstellen sinkt das Einstiegsalter in den Drogenkonsum kontinuierlich. Zudem gewinnen synthetisch hergestellte psychoaktive Substanzen zunehmend an Bedeutung. Diese Laborprodukte sind vergleichsweise günstig, über das Internet leicht erhältlich und senken dadurch die Hemmschwelle für einen Konsum.
Fachleute weisen zudem darauf hin, dass nicht immer illegale Drogen den Einstieg in eine Suchterkrankung markieren. Auch verschreibungspflichtige Medikamente können bei unsachgemäßer Anwendung den Beginn einer Abhängigkeit begünstigen.
Als besonders problematisch gilt weiterhin Crack. Die Droge verursacht innerhalb kurzer Zeit eine starke Abhängigkeit und wird häufig mit schweren psychischen Folgen wie Psychosen und Wahnvorstellungen in Verbindung gebracht. Zudem kommt es im Umfeld der Konsumenten immer wieder zu Gewaltdelikten.
Das hochpotente Schmerzmittel Fentanyl, das in anderen Regionen bereits erhebliche Probleme verursacht, spielt nach Einschätzung der Suchthilfe in Wuppertal bislang keine nennenswerte Rolle. Fachleute beobachten die Entwicklung jedoch weiterhin aufmerksam.
Zahl der Drogentoten in Wuppertal gesunken – Beratungsstellen beobachten jüngere Konsumenten
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