Die halbseitige Sperrung der Langen Brücke in Wuppertal-Vohwinkel wird voraussichtlich noch vier bis sechs Wochen bestehen bleiben. Ursache der Verzögerung ist nach Angaben der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) ein spezielles Bauteil, das für den Austausch eines defekten Absperrschiebers in einer Gasleitung benötigt wird und derzeit noch nicht geliefert werden konnte.
Die Bauarbeiten laufen bereits seit Anfang Juni. Seither ist die Lange Brücke aus Richtung Vohwinkeler Straße für den Autoverkehr gesperrt. Der Verkehr wird über Kaiserplatz, Bahnstraße und Gruitener Straße umgeleitet. In Fahrtrichtung Süden bleibt die Brücke weiterhin passierbar. Die anhaltenden Einschränkungen sorgen zunehmend für Unmut bei Anwohnern und der Lokalpolitik, da auf der Baustelle über Wochen kaum sichtbare Fortschritte erkennbar gewesen seien.
Nach Angaben der WSW befindet sich unter der Brücke ein defekter Absperrschieber einer Gasleitung. Aufgrund der komplexen Versorgungssituation mit mehreren angeschlossenen Großkunden sei zunächst versucht worden, den Schaden durch Reparatur- und Abdichtungsmaßnahmen zu beheben, um größere Eingriffe zu vermeiden. Diese Maßnahmen hätten sich jedoch nicht als dauerhaft tragfähig erwiesen. Deshalb müsse der Schieber nun vollständig ersetzt werden. Dafür werde ein speziell angefertigter Flanschenschieber benötigt, dessen Lieferung sich wegen langer Produktions- und Lieferzeiten verzögere.
In der Vohwinkeler CDU stößt der Umgang mit der Baustelle auf deutliche Kritik. Nach Darstellung der Fraktion seien Anfragen an die WSW unbeantwortet geblieben. Vor allem die aus ihrer Sicht fehlende Transparenz über den Baufortschritt und die Gründe für die Verzögerungen werde beanstandet. Die Fraktion fordert eine frühzeitigere und umfassendere Information der Öffentlichkeit sowie der politischen Gremien bei vergleichbaren Projekten.
Die CDU verweist zudem auf weitere Verkehrsbelastungen, die in den kommenden Jahren auf den Stadtteil zukommen. Im Zusammenhang mit dem Neubau der Schwebebahn-Wagenhalle und der späteren Sanierung der Langen Brücke müssten Anwohner mit zusätzlichen Umleitungen und Einschränkungen rechnen. Eine rechtzeitige Kommunikation über diese Maßnahmen sei daher aus Sicht der Fraktion unerlässlich.
Auch bei den Anwohnern wächst der Unmut. Besonders betroffen sind die Wohngebiete Vohwinkler Feld und Krutscheider Weg, die seit Beginn der Sperrung nur über längere Umwege erreichbar sind. Kritisiert wird außerdem, dass zunächst auf eine Reparatur gesetzt wurde, bevor schließlich doch ein vollständiger Austausch des defekten Bauteils erforderlich wurde. Dadurch hätten sich die Arbeiten weiter verzögert.
Die SPD in der Bezirksvertretung bewertet die verlängerte Bauzeit ebenfalls kritisch. Angesichts der gleichzeitigen Verkehrsbeeinträchtigungen am Wiedener Kreuz und an der Langen Brücke werde zusätzlicher Verkehr in das Zentrum von Vohwinkel verlagert. Die Fraktion hofft dennoch auf eine Freigabe der Brücke noch während der Sommerferien und sieht die aktuelle Situation als weiteren Beleg für die Notwendigkeit einer umfassenden Verkehrsuntersuchung. Einen entsprechenden Antrag hatten SPD und CDU bereits gemeinsam in die Bezirksvertretung eingebracht. Dieser wurde einstimmig beschlossen.
Unabhängig von der aktuellen Baustelle stehen im Bereich der Schwebebahn-Wagenhalle weitere umfangreiche Bauvorhaben bevor. Bereits im kommenden Jahr sollen vorbereitende Arbeiten beginnen. Dazu zählen der Abriss einer Gewerbeeinheit sowie eines Trafogebäudes westlich der bestehenden Halle. Bis Mitte 2029 ist außerdem der Neubau eines Umspannwerks vorgesehen. Die eigentliche Hauptbauphase soll nach der Bundesgartenschau starten. Bereits ab Mitte 2027 ist nach Angaben der WSW eine halbseitige Sperrung der Vohwinkeler Straße erforderlich. Auch auf der Langen Brücke werden dann erneut Verkehrseinschränkungen erwartet. Beide Maßnahmen sollen jedoch nicht zeitgleich umgesetzt werden.
Lange Brücke in Wuppertal bleibt mindestens vier weitere Wochen halbseitig gesperrt
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