Verwaltung prüft Verbesserungen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Dabei müssen die historische Gestaltung des Platzes und die Interessen der Gastronomie berücksichtigt werden.
Wuppertal. Das grobe Natursteinpflaster auf dem Laurentiusplatz in Elberfeld erschwert vielen Menschen den Zugang zur Innenstadt. Unebene Flächen, Höhenunterschiede und breite Fugen stellen insbesondere für Senioren, Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollatoren erhebliche Hindernisse dar. Auch Eltern mit Kinderwagen haben Schwierigkeiten, den Platz sicher zu überqueren. Die Stadtverwaltung hat deshalb verschiedene Möglichkeiten untersucht, um die Wege rund um den Platz barriereärmer zu gestalten.
Ausgangspunkt war ein Auftrag der Bezirksvertretung Elberfeld aus dem Frühjahr. An der Prüfung beteiligten sich neben der Verwaltung der Beirat für Menschen mit Behinderung, der Seniorenbeirat und die Seniorenresidenz am Laurentiusplatz. Nach Einschätzung der Beteiligten sind die bestehenden Oberflächen nicht nur unbequem, sondern bergen auch Unfallrisiken. Räder können in den Fugen hängen bleiben, während unebene Steine das Sturzrisiko erhöhen. Bewohner der angrenzenden Seniorenresidenz müssen teilweise Umwege über die Luisenstraße in Kauf nehmen, um die Innenstadt zu erreichen.
Freie Gehwege als kurzfristige Lösung
Eine erste Möglichkeit besteht darin, die Gehbereiche am Rand des Platzes von Hindernissen freizuhalten. Dort stehen derzeit zahlreiche Tische, Stühle und Pflanzkübel der Gastronomiebetriebe. Werden diese Flächen konsequent freigeräumt, könnten barriereärmere Laufwege vergleichsweise schnell entstehen.
Allerdings hätte diese Variante wirtschaftliche Folgen für die ansässigen Gastronomen. Weniger Außenplätze würden ihre Einnahmemöglichkeiten einschränken. Gleichzeitig könnte die Stadt geringere Einnahmen aus den Gebühren für die Nutzung öffentlicher Flächen erzielen. Die Außengastronomie prägt zudem das Erscheinungsbild und die Aufenthaltsqualität des Laurentiusplatzes.
Pflaster abschleifen birgt technische Risiken
Als zweite Option kommt eine Bearbeitung des vorhandenen Pflasters infrage. Durch das Abschleifen der Steine könnten scharfe Kanten beseitigt und die Oberfläche geglättet werden. Das historische Erscheinungsbild des Platzes bliebe dabei weitgehend erhalten.
Die grundsätzlichen Probleme des Belags würden dadurch jedoch nicht vollständig gelöst. Insbesondere die breiten Fugen blieben bestehen. Versuche, diese dauerhaft zu verfüllen, dürften aufgrund der Belastungen durch den Verkehr nur begrenzt erfolgreich sein. Vor allem schwere Lieferfahrzeuge könnten das Fugenmaterial beschädigen.
Hinzu kommt, dass das Abschleifen die Steine schwächen kann. Brüche und Lockerungen im Untergrund wären mögliche Folgen, die den künftigen Reparaturbedarf erhöhen würden. Auch Übergänge zwischen bearbeiteten und unbearbeiteten Flächen könnten neue Stolperstellen schaffen. Bereits eine verbleibende Kante von mindestens 1,5 Zentimetern könnte ein Hindernis darstellen.
Neue Platten würden die Platzgestaltung verändern
Die dritte Variante sieht vor, die Pflasterung entlang ausgewählter Gehwege durch glatte Betonwerksteine oder großformatige Platten zu ersetzen. Damit ließe sich eine ebene, belastbare und dauerhaft besser nutzbare Oberfläche herstellen. Zugleich wären vergleichsweise geringe Kosten für die laufende Unterhaltung zu erwarten.
Ein solcher Umbau würde allerdings das Erscheinungsbild des Laurentiusplatzes deutlich verändern. Insbesondere ein teilweiser Austausch des Belags könnte die bisherige symmetrische Gestaltung beeinträchtigen. Die Stadt muss deshalb abwägen, wie sich die Anforderungen an eine barrierefreie Infrastruktur mit dem historischen Charakter des Platzes vereinbaren lassen.
Neue Wegeverbindungen und sichere Übergänge geplant
Der von der Verwaltung erarbeitete Lageplan sieht barrierearme Verbindungen quer über den Laurentiusplatz sowie entlang der Kirche vor. Sie sollen die Auer Schulstraße mit der Laurentiusstraße verbinden. Ergänzend sind mehrere barrierefreie Übergänge vorgesehen, um auch die groben Pflasterflächen in diesen Straßen und an der Friedrich-Ebert-Straße besser überwinden zu können.
Die Denkmalschutzbehörde weist darauf hin, dass das Pflaster selbst zwar nicht ausdrücklich unter Denkmalschutz steht, seine historische Verwendung auf dem Platz jedoch belegt ist. Veränderungen sollen deshalb behutsam erfolgen und mit der Behörde abgestimmt werden. Ziel ist es, die Zugänglichkeit zu verbessern, ohne den historischen Wert der Anlage unnötig zu beeinträchtigen.
Finanzierung rückt in den Blick
Soufian Goudi (SPD), Bezirksbürgermeister von Elberfeld, hält eine bessere Zugänglichkeit des Laurentiusplatzes insbesondere wegen der benachbarten Seniorenresidenz für notwendig. Er begrüßt, dass die Verwaltung konkrete Handlungsoptionen vorgelegt hat, und erwartet, dass das Thema bei den anstehenden Haushaltsberatungen berücksichtigt wird.
Goudi spricht sich persönlich für einen barrierefreien Weg unmittelbar entlang der Straße beziehungsweise der Fußgängerzone aus. Eine Lösung, die sich ausschließlich auf den Bereich hinter der Kirche beschränkt, hält er für nicht ausreichend. Über die konkrete Ausgestaltung und Finanzierung der Maßnahmen ist noch zu entscheiden.
Laurentiusplatz in Wuppertal: Drei Ansätze für mehr Barrierefreiheit
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