Mikroplastik stellt längst nicht mehr nur ein Problem für Meere und Ackerflächen dar – auch Wälder geraten zunehmend in den Fokus der Forschung. Eine aktuelle Untersuchung der Technischen Universität Darmstadt zeigt, dass Waldböden erhebliche Mengen an Mikroplastikpartikeln aus der Luft aufnehmen. Diese gelangen vor allem durch Regen, Laubfall und natürliche Zersetzungsprozesse in den Boden.
Für die Studie wurden an vier Waldstandorten in Deutschland Bodenproben, Blätter und atmosphärische Ablagerungen untersucht. Mithilfe moderner spektroskopischer Verfahren konnten die Forscher nachweisen, dass sich Mikroplastikpartikel auf Baumkronen ablagern und bei Niederschlägen oder herabfallendem Laub in tiefere Bodenschichten gespült werden. Dort tragen Zersetzungsprozesse und Bodenorganismen dazu bei, dass die Partikel dauerhaft im Erdreich verbleiben.
Erstmals konnte so ein direkter Zusammenhang zwischen der Luftbelastung durch Mikroplastik und der langfristigen Ablagerung in Waldökosystemen festgestellt werden. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Wälder als sogenannte „Senken“ für Mikroplastik wirken und dadurch große Mengen an Schadstoffen aufnehmen.
Auch in Wuppertal, wo dichte Mischwälder das Stadtbild prägen, dürfte das Problem relevant sein. Aufgrund der Lage im windoffenen Bergischen Land und der häufigen Niederschläge ist anzunehmen, dass Mikroplastikpartikel auch hier über die Luft eingetragen werden. Regionale Umweltexperten gehen davon aus, dass insbesondere Waldböden im Talraum und an vielbefahrenen Verkehrsachsen eine erhöhte Belastung aufweisen könnten.
Die Forscher warnen, dass diese dauerhafte Einlagerung einen zusätzlichen Stressfaktor für ohnehin empfindliche Waldökosysteme darstellen kann. Wenn Mikroplastik über die Luft Wälder erreicht, besteht zudem die Gefahr, dass es in den natürlichen Stoffkreislauf gelangt – und letztlich auch in die Luft, die wir atmen.