Neue Tierart im Grünen Zoo: Westkaukasische Ture

Copyright: Grüner Zoo

Pünktlich zu Jahresbeginn erobern nun drei Westkaukasische Ture den Steinbock-Felsen im Grünen Zoo. Die eineinhalb und zweieinhalb Jahre alten Weibchen wurden im Zoo Halle geboren und leben seit rund zwei Wochen in Wuppertal. Nachdem sie sich zunächst in den Innenstallungen an ihr neues Zuhause gewöhnt haben, erkunden sie seit dem 1. Januar auch die felsige Außenanlage.

Um den drei Neuzugängen die Grenzen ihrer Anlage sichtbar zu machen, wurden vorübergehend Schattenleinen an der Umzäunung angebracht. Diese können die Sicht auf die Tiere in den ersten Tagen etwas einschränken. Vom Weg am Junior Zoo aus können die Ture jedoch gut bei ihren Klettertouren auf der felsigen Anlage beobachtet werden.
Westkaukasische Ture werden auch Westkaukasische Steinböcke genannt. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt in den Gebirgsregionen des Kaukasus in Georgien und Russland, die Tiere leben in Höhen zwischen 800 und 4000 Metern. Ihre Bestände im natürlichen Habitat sind durch Lebensraumverlust und intensive Bejagung bedroht, in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN werden Westkaukasische Steinböcke als stark gefährdet eingestuft. Von allen Steinbockarten haben sie das kleinste Verbreitungsgebiet.

Die Sibirischen Steinböcke, die zuvor die Anlage bewohnten, sind in den Wildpark Potzberg umgezogen. Es gibt mehrere Gründe, die zu der Entscheidung geführt haben, die Sibirischen Steinböcke abzugeben und stattdessen mit der Haltung von Westkaukasischen Steinböcken zu beginnen.
Anders als die Sibirischen Steinböcke werden Westkaukasische Ture im Rahmen des Europäischen Ex-situ-Programms (EEP) der Zoovereinigung EAZA koordiniert – zudem ist die Art deutlich stärker bedroht. Der Grüne Zoo kann so einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung dieser Tiere leisten und sich zukünftig auch an Auswilderungsprojekten im angestammten Lebensraum beteiligen. Nachzuchten aus dem Grünen Zoo könnten helfen, die Bestände im natürlichen Habitat zu stärken und das Überleben dieser bedrohten Art langfristig zu sichern.

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