Nordbahntrasse bei Schee weiterhin gesperrt: Vereisung und Sturmschäden behindern Freigabe

Die Nordbahntrassen-Brücke über die Germanenstraße (Foto: Im Fokus - CC BY-SA 4.0)

Die Nordbahntrasse bleibt im Bereich des Tunnels Schee zwischen Wuppertal und Sprockhövel weiterhin gesperrt. Grund dafür sind Vereisungen und Sturmschäden, die eine Nutzung der Strecke derzeit unmöglich machen. Auf Wuppertaler Seite wurden die umgestürzten Bäume inzwischen beseitigt, doch auf der Sprockhöveler Seite behindern weiterhin entwurzelte Bäume den Zugang. Wegen Umweltauflagen ist der Einsatz von Streusalz auf diesem Abschnitt nicht gestattet. Die Stadt Wuppertal teilt mit, dass eine Wiedereröffnung der Trasse erst bei deutlich wärmerem Wetter möglich sei.

Die Nordbahntrasse: Ein Symbol für Freizeit, Mobilität und Kultur

Die Nordbahntrasse, eine ehemalige Bahnstrecke, wurde von der WUPPERTALBEWEGUNG e.V. als autofreier Verkehrsweg wiederbelebt. Sie dient nicht nur als wichtiger Schul-, Arbeits- und Freizeitweg, sondern ist auch ein kulturelles Aushängeschild Wuppertals. Über eine Länge von mehr als 23 Kilometern führt die Strecke fast kreuzungsfrei durch die Stadt und verbindet dabei verschiedene Stadtteile. Die Trasse umfasst beeindruckende Bauwerke wie fünf Viadukte, sieben beleuchtete Tunnel und zahlreiche Brücken, die faszinierende Ausblicke auf Stadt und Natur bieten.

Beliebte Punkte wie das Kuhler Viadukt, der Belvédère Park und die Uellendahler Brücke ermöglichen einzigartige Perspektiven, sei es auf grüne Trassenabschnitte wie die Bramdelle-Schlucht oder auf die Dächer der Innenstadt.

Kunst und Begegnung auf der Trasse

Entlang der Strecke finden sich zahlreiche Graffitis, darunter bekannte Kunstwerke wie die „Legobrücke“ und die „Regenbogenbrücke“ des Streetart-Künstlers Martin Heuwold. Die ehemaligen Bahnhöfe Mirker Bahnhof, Loh, Ottenbruch und das Bergische Plateau in Wichlinghausen haben sich zu beliebten Treffpunkten entwickelt und bieten Raum für Begegnungen, Kultur und Erholung.

Darüber hinaus dokumentieren mehr als 100 Hinweistafeln entlang der Strecke die industrielle Vergangenheit Wuppertals. Relikte wie das Gebäude der ehemaligen Konsumgenossenschaft „Vorwärts“, das einst bis zu 200.000 Menschen mit Lebensmitteln versorgte, oder die Seifenfabrik Luhns, die ein Gleis direkt ins Fabrikgebäude führte, zeugen von der Bedeutung der Rheinischen Strecke für die Kalk- und Textilindustrie.

Ein Erfolgsprojekt mit Zukunftspotenzial

Das Projekt Nordbahntrasse begann 2006 als Initiative der WUPPERTALBEWEGUNG e.V. und wurde 2014 abgeschlossen. Seitdem hat sich die Strecke als Ort der Begegnung, des Sports und der Kultur etabliert. Die Trasse bietet eine weitgehend barrierefreie Verbindung zwischen den nördlichen Stadtteilen Wuppertals und den Zentren, was sie für Radfahrer, Fußgänger und Skater gleichermaßen attraktiv macht.

Trotz des bisherigen Erfolgs sieht die WUPPERTALBEWEGUNG noch weiteres Verbesserungspotenzial. Vereinbarungen mit der Stadt, etwa zur Pflege der Strecke durch Trassenpaten oder zur weiteren Entwicklung, stellen sicher, dass die Trasse langfristig ein lebendiger Ort bleibt.

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