NRW knackt Weltrekord mit mehr als 3400 Reparaturen

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Wuppertal. In Nordrhein-Westfalen ist ein neuer Weltrekord für gemeinschaftliche Reparaturaktionen aufgestellt worden. Innerhalb eines Monats wurden landesweit 3451 beschädigte Gegenstände instand gesetzt und dokumentiert. Damit übertrafen die beteiligten Reparaturinitiativen die bisherige Bestmarke aus England deutlich.

Den Abschluss der Aktion bildete am Wochenende das Repair & Share Festival entlang der Wuppertaler Trasse. Dort kamen zahlreiche Helfer zusammen, um defekte Alltagsgegenstände wieder nutzbar zu machen und ihre Kenntnisse weiterzugeben. Besucher konnten eigene Geräte und andere beschädigte Gegenstände mitbringen und gemeinsam mit erfahrenen Reparaturhelfern an deren Instandsetzung arbeiten.

Reparaturaktionen in ganz NRW

Der Wettbewerb begann am 1. Oktober auf dem Wuppertaler Laurentiusplatz. In den folgenden Wochen beteiligten sich Reparaturcafés, Werkstätten und Privatpersonen aus Nordrhein-Westfalen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit wurden auf einer eigens eingerichteten Internetseite erfasst.

Die bisherige Bestmarke stammte aus England. Dort waren im Rahmen der Aktion „The Big Fix“ innerhalb eines Monats 3177 Reparaturen zusammengekommen. Mit dem landesweiten Einsatz sollte diese Zahl übertroffen werden.

Beim Abschlussfestival in Wuppertal arbeiteten mehr als 140 Helfer an unterschiedlichen Stationen. Neben elektrischen Geräten wurden auch Spielzeuge, Kleidungsstücke und Gegenstände aus Holz bearbeitet. Die Teilnehmer unterstützten sich gegenseitig und vermittelten Besuchern praktische Kenntnisse für die eigenständige Reparatur.

Alte Puppe und Musikboxen werden wieder instand gesetzt

In einer Werkstatt erhielt eine beschädigte Puppe eine neue Chance. Ein defektes Auge machte eine Reparatur erforderlich, bei der erfahrene Helfer ihr Wissen einbrachten.

Auch Michael Versteegen vom Repair-Café im Alfred-Zingler-Haus in Gelsenkirchen unterstützte die Besucher bei technischen Problemen. Dabei legte er Wert darauf, dass die Menschen möglichst selbst Hand anlegen und die notwendigen Arbeitsschritte kennenlernen.

Ein weiterer Besucher brachte alte Lautsprecher mit, die seinem Großvater gehörten. Nachdem eigene Reparaturversuche erfolglos geblieben waren, nutzte er das Festival, um gemeinsam mit den Fachleuten nach einer Lösung zu suchen. Die Veranstaltung bot ihm die Möglichkeit, die Geräte zu erhalten, statt sie durch neue zu ersetzen.

Werkstätten vermitteln Wissen und schaffen neue Gegenstände

Neben der Elektrowerkstatt gab es Bereiche für Näharbeiten und Holzverarbeitung. Dort wurden beschädigte Gegenstände aufgearbeitet und neue Produkte hergestellt. Dazu gehörten unter anderem kleine Behausungen für Vögel und Fledermäuse.

Mitorganisator Stephan Schaller koordinierte die verschiedenen Werkstätten und erfasste fortlaufend die abgeschlossenen Reparaturen. Er beschäftigt sich sowohl beruflich als auch privat mit der Instandsetzung von Gegenständen und sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung.

Allerdings erschwerten aus seiner Sicht die Qualität vieler Produkte und deren Verarbeitung eine wirtschaftlich sinnvolle Reparatur. Gerade bei Kleidungsstücken könne der Aufwand unverhältnismäßig hoch sein, wenn bereits die ursprüngliche Herstellung auf geringe Haltbarkeit ausgelegt sei.

Die Aktion sollte deshalb auch aufzeigen, dass Reparaturen einfacher und zugänglicher werden müssen. Häufig scheiterten Menschen nicht nur an fehlenden finanziellen Mitteln oder Zeit, sondern auch an mangelnder Erfahrung und Unsicherheit im Umgang mit beschädigten Gegenständen.

3451 Reparaturen dokumentiert

Bereits am Samstag gegen 17 Uhr waren mehr als 3250 Reparaturen erfasst. Bis zum Abschluss der Aktion stieg die Zahl auf insgesamt 3451 dokumentierte Instandsetzungen. Damit wurde die englische Bestmarke von 3177 Reparaturen übertroffen.

Nach Angaben der Organisatoren haben bereits weitere Bundesländer Interesse daran bekundet, im kommenden Jahr vergleichbare Aktionen durchzuführen. Denkbar ist auch ein Wettbewerb zwischen den Regionen.

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