Die umfassende Sanierung des Johannes-Rau-Gymnasium an der Siegesstraße wird länger dauern als ursprünglich geplant. Die Rückkehr in das modernisierte Schulgebäude ist nach aktuellen Planungen erst im Frühjahr 2031 möglich. Zuvor war vorgesehen, dass der Schulbetrieb bereits im Sommer 2030 wieder am ursprünglichen Standort aufgenommen werden kann.
Die Verzögerung steht im Zusammenhang mit baulichen Problemen im denkmalgeschützten Altbau. Während der laufenden Arbeiten stellte sich heraus, dass die vorhandenen Deckenkonstruktionen nicht den heutigen Anforderungen an Tragfähigkeit, Brandschutz und Schallschutz entsprechen. Da für das historische Gebäude keine vollständigen statischen Unterlagen vorliegen, mussten zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden. Dabei wurde die gewölbte Abhangdecke im Treppenbereich geöffnet, um den Zustand der dahinterliegenden Massivdecken zu prüfen. Die Analyse ergab, dass diese Bauteile erneuert werden müssen.
Im Zuge der Arbeiten wird die gewölbte Decke zunächst zurückgebaut, um die darunterliegenden Massivdecken vollständig zu ersetzen. Anschließend soll die historische Konstruktion rekonstruiert werden. Diese zusätzlichen Maßnahmen verlängern sowohl die Planungsphase als auch die Bauausführung.
Der Schulbetrieb des Ganztagsgymnasiums ist seit April 2024 in einem eigens errichteten Interimsgebäude auf der Hardt untergebracht. Dort findet der Unterricht statt, während das historische Schulgebäude umfassend modernisiert und erweitert wird.
Das Bauprojekt umfasst neben der Sanierung des Altbaus aus dem Jahr 1903 auch die Modernisierung bestehender Erweiterungsbauten sowie einen Neubau auf dem Schulgelände. Die frühere Turnhalle aus dem Jahr 1955 wurde bereits abgerissen. An ihrer Stelle entsteht ein neues Gebäude mit größerer Nutzfläche. Im Untergeschoss ist eine neue Sporthalle vorgesehen, darüber eine Mensa mit überdachtem Aufenthaltsbereich. In den oberen Geschossen entstehen zusätzliche Unterrichts- und Lernräume.
Alle bestehenden Gebäude werden bis auf den Rohbau zurückgeführt, von Schadstoffen befreit und technisch vollständig erneuert. Anschließend erfolgt eine Anpassung an die Anforderungen eines modernen Schulbetriebs. Dazu zählen neue Versorgungsleitungen, überarbeitete Fassaden, neue Fenster sowie instandgesetzte Dächer. Zur Verbesserung der Barrierefreiheit ist in jedem Gebäudeteil ein Aufzug vorgesehen. Auch der Schulhof soll künftig über Aufzüge und Rampen barrierefrei erreichbar sein.
Grundlage für das Bauvorhaben ist ein Konzept, das Schule, Stadtbetrieb Schulen und das städtische Gebäudemanagement bereits in den Jahren 2017 und 2018 erarbeitet haben. Ziel ist es, für den Unterricht und den Schulalltag ausreichend Differenzierungsräume, Rückzugsbereiche sowie Begegnungsflächen zu schaffen. Die Schule mit rund 800 Schülern benötigt dafür zusätzliche Raumkapazitäten.
Auf dem Grundstück mit Hanglage laufen seit Dezember vorbereitende Arbeiten für den Neubau. Zur Stabilisierung des Baugrunds werden Betonbohrpfähle gesetzt. Im Anschluss wird die Baugrube ausgehoben. Parallel dazu erfolgen Verankerungs- und Verdichtungsarbeiten, die zeitweise zu Lärm und Erschütterungen in der Nachbarschaft führen können.