Schauspielerin Luise Kinner kehrt mit „Mephisto“ auf die Bühne zurück



Nach mehreren Jahren Pause kehrt die Schauspielerin Luise Kinner in einer neuen Inszenierung des Romans Mephisto von Klaus Mann auf die Bühne des Wuppertaler Opernhauses zurück. Die 39-Jährige übernimmt dabei eine Doppelrolle und bringt ihre vielseitigen Talente als Schauspielerin und Sängerin in das Stück ein.

Künstlerischer Werdegang und Verbindung zum Theater

Bereits in jungen Jahren entdeckte Luise Kinner ihre Leidenschaft für die Bühne. Über den Kinder- und Jugendchor der Oper Kiel fand sie den Zugang zur Musik und begann später ein Operngesangsstudium in Halle. Doch schon bald wurde ihr bewusst, dass sie nicht nur singen, sondern sich intensiver mit künstlerischen Inhalten auseinandersetzen wollte. Sie entschied sich daher für ein Schauspielstudium am renommierten Folkwang Theaterzentrum in Bochum.

Nach ihrem Abschluss folgte ein dreijähriges Engagement am Volkstheater München, wo sie nicht nur wertvolle Bühnenerfahrung sammelte, sondern auch ihren späteren Ehemann kennenlernte – einen Regisseur aus Wuppertal. 2018 zog das Paar gemeinsam mit dem gemeinsamen Kind in die Stadt an der Wupper.

Neue Inszenierung von Mephisto

In der aktuellen Produktion von Mephisto, inszeniert von Nicolas Charaux, übernimmt Kinner die Rollen der Dora Martin und Barbara Höfgen. Beide Figuren basieren auf historischen Persönlichkeiten: Während Dora Martin von den Nationalsozialisten verfolgt wird und fliehen muss, entwickelt sich Barbara Höfgen von einer privilegierten Bürgerstochter zu einer entschlossenen Widerstandskämpferin.

Der Roman Mephisto, veröffentlicht im Jahr 1936, thematisiert die Karriere des Schauspielers Hendrik Höfgen, der sich mit den Machthabern des Nationalsozialismus arrangiert, um beruflich aufzusteigen. Die Geschichte wirft grundlegende Fragen über Anpassung, Widerstand und moralische Verantwortung auf – Themen, die auch heute von hoher gesellschaftlicher Relevanz sind.

Engagement über die Bühne hinaus

Neben ihrer Tätigkeit am Theater engagiert sich Kinner intensiv für kulturelle und gesellschaftliche Projekte. Sie ist Mitbegründerin von Pour Ensemble, einem inklusiven Musik-Tanz-Theater-Projekt, das professionelle Künstler und Laien mit und ohne Behinderung zusammenbringt. Die Arbeit in diesem interdisziplinären Ensemble empfindet sie als besonders bereichernd und sinnstiftend.

In Wuppertal war Kinner bereits in mehreren Inszenierungen zu sehen, darunter Der Geizige (2019), Romeo und Julia (2020), Die Weber (2020) und Der Handlungsreisende (2020). Durch die pandemiebedingte Pause ergab sich erst jetzt wieder eine Zusammenarbeit mit dem Wuppertaler Schauspiel.

Die Premiere von Mephisto findet am 8. März im Opernhaus in Wuppertal-Barmen statt. Weitere Aufführungen sind für den 9., 22. und 30. März sowie für den 2. und 10. Mai geplant.

Theater als politisches Statement

Für Kinner ist Theater mehr als nur Unterhaltung – es ist ein Ort der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen. Die aktuelle Inszenierung von Mephisto versteht sie auch als künstlerischen Beitrag zur Reflexion über politische Entwicklungen. Angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen sei es kaum möglich, sich nicht mit politischen Fragen auseinanderzusetzen.

Mit ihrer Rückkehr auf die Bühne in Wuppertal knüpft Kinner an ihre bisherigen Erfolge an und unterstreicht die Bedeutung des Theaters als Spiegel der Gesellschaft.

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