Stadtteilbibliothek im Bob-Campus erhält neuen Standort und Perspektive als Open Library

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Die Stadtteilbibliothek im Bob-Campus wird im Zuge der laufenden Umgestaltung der Nachbarschaftsetage innerhalb des Gebäudes an einen neuen Standort verlegt. Mit dem Umbau sollen die vorhandenen Flächen effizienter genutzt werden. Für die Bibliothek bedeutet dies eine leicht vergrößerte Nutzfläche, während die Gemeinschaftsbereiche der Nachbarschaftsetage etwas reduziert werden.

Durch den Umzug entstehen mehrere Vorteile. Künftig wird die Bibliothek über einen eigenen Eingang verfügen und damit unabhängig von der Nachbarschaftsetage erreichbar sein. Zudem verbessert die neue Lage die Sichtbarkeit des Angebots von der Nordbahntrasse sowie von der Max-Planck-Straße aus. Die direkte Anbindung an den Außenbereich eröffnet darüber hinaus die Möglichkeit, das Konzept einer Open Library umzusetzen. Inhaltlich und gestalterisch sind dagegen nur geringfügige Veränderungen vorgesehen.

Ob die Bibliothek künftig als Open Library betrieben wird, entscheidet der Stadtrat am 13. Juli. Das Modell ermöglicht registrierten Nutzern den Zugang zu den Räumlichkeiten außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Die Identifikation erfolgt dabei über den Bibliotheksausweis und ein elektronisches Zutrittssystem.

Vorbild ist die Stadtteilbibliothek am Rott, in der das Konzept bereits Anfang des Jahres eingeführt wurde. Nach Angaben der Stadtbibliothek wird das erweiterte Angebot dort intensiv genutzt. Sowohl die Ausleihe als auch die Rückgabe von Medien verzeichnen eine hohe Nachfrage. Zudem nutzen inzwischen Besucher aus anderen Stadtteilen die zusätzlichen Öffnungszeiten, insbesondere an Wochenenden.

Die Entwicklung der Nutzungszahlen am Rott fällt deutlich aus. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Besucher um 103 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Neuanmeldungen um 38 Prozent. Auch die Ausleihzahlen entwickelten sich positiv, insbesondere im Bereich der Kinder- und Bilderbücher.

Für die Umsetzung einer Open Library im Bob-Campus müssen zunächst technische und organisatorische Voraussetzungen geschaffen werden. Erforderlich sind unter anderem eine digitale Zutrittskontrolle, Selbstverbuchungssysteme sowie die Möglichkeit, Sanitäranlagen unabhängig von den übrigen Gebäudebereichen zugänglich zu machen. Die Investitionskosten werden auf rund 60.000 Euro geschätzt.

Sollten die technischen Prüfungen erfolgreich verlaufen und die politischen Gremien zustimmen, will die Stadtbibliothek Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen beantragen. Auf diesem Weg wurde bereits die Umsetzung des Projekts am Rott finanziert.

Nach Angaben der Stadtverwaltung ist mit der Einführung einer Open Library kein Personalabbau verbunden. Ziel sei vielmehr eine deutliche Ausweitung der Nutzungszeiten. Während die Bibliothek derzeit an zwei Tagen pro Woche insgesamt 13 Stunden mit Personal geöffnet ist, könnten die Öffnungszeiten auf bis zu 70 Stunden pro Woche erweitert werden. Die fachliche Betreuung während der regulären Servicezeiten soll unverändert erhalten bleiben.

Während einzelner Bauabschnitte wird der Haupteingang des Gebäudes zeitweise nicht nutzbar sein. Die Bibliothek bleibt jedoch über alternative Zugänge erreichbar. Für den eigentlichen Umzug ist im September eine vorübergehende Schließung vorgesehen. Die Medienbestände werden während dieser Zeit im Gebäude eingelagert. Die Wiedereröffnung ist für den 1. Oktober geplant.

Sofern alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen und die Finanzierung gesichert wird, könnte die Einrichtung der Open Library im Bob-Campus im zweiten Halbjahr 2027 umgesetzt werden.

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