Immer mehr Menschen wenden sich in Krisenzeiten an die Telefonseelsorge Wuppertal. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, wurde das Angebot deutlich ausgebaut: Neben einer zusätzlichen Telefonleitung stehen nun auch erweiterte Möglichkeiten für Mail- und Chatkontakte zur Verfügung.
Seit ihrer Gründung vor 60 Jahren hat sich die Telefonseelsorge in Wuppertal stetig weiterentwickelt. Während in den Anfangsjahren rund 2.000 Anrufe jährlich eingingen, sind es inzwischen mehr als 12.000. Die Zahl verdeutlicht den wachsenden Bedarf an Gesprächs- und Unterstützungsangeboten, insbesondere in einer Zeit, in der soziale Kontakte seltener werden und therapeutische Hilfe oft mit langen Wartezeiten verbunden ist.
Die Einrichtung setzt auf ehrenamtliches Engagement und sucht derzeit neue Mitarbeiter, die das bestehende Team von rund 80 Seelsorgern verstärken. Um den hohen Anforderungen gerecht zu werden, ist eine umfassende Ausbildung Voraussetzung. Diese dauert knapp ein Jahr, umfasst 120 Stunden und wird von den beiden großen Kirchen über Kirchensteuermittel finanziert. Die Schulung findet wöchentlich an Abenden sowie an vier Wochenenden statt.
Im Mittelpunkt der Ausbildung stehen Selbsterfahrung, Gesprächsführung und praktische Übungen, die anhand von Rollenspielen in einer speziell eingerichteten Callcenter-Übungsanlage durchgeführt werden. Auch Hospitationen während des laufenden Seelsorgedienstes gehören zum festen Bestandteil des Programms. Ziel ist es, die Ehrenamtlichen darauf vorzubereiten, Menschen in belastenden Situationen aufmerksam zuzuhören und ihnen Raum für ihre Sorgen zu geben – ohne Ratschläge oder Bewertungen.
Der Einsatz in der Telefonseelsorge umfasst rund 15 Stunden pro Monat. Die Ehrenamtlichen können ihre Dienstzeiten flexibel wählen. Durch die neu geschaffene zweite Leitung besteht nun mehr Spielraum bei der Schichtplanung. Neben den Tagesdiensten gehören auch Nachtschichten zum Aufgabenbereich. Manche Mitarbeiter schätzen diese besonders, da sie nachts in ruhiger Atmosphäre intensivere Gespräche führen können.
Das Engagement in der Telefonseelsorge gilt für viele als bereichernde und sinnvolle Tätigkeit. Ehrenamtliche berichten häufig, dass sie durch ihre Arbeit nicht nur anderen helfen, sondern auch persönlich wachsen. Sie lernen, bewusster zuzuhören, sensibler zu reagieren und Konflikte besser zu lösen. Zudem erleben sie, dass Gespräche heilsam und in manchen Fällen sogar lebensrettend sein können.
Die Arbeit der Telefonseelsorge wird getragen von einem starken Gemeinschaftsgefühl und einem festen Werteverständnis. Viele Ehrenamtliche empfinden die Tätigkeit als spirituell bereichernd und schätzen die Erfahrung, Teil eines engagierten Teams zu sein, das Menschen in schwierigen Lebenslagen beisteht.
Telefonseelsorge Wuppertal erweitert Angebot – Zweite Leitung eingerichtet und neue Ehrenamtliche gesucht
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