Im Frühjahr 2025 soll das Telenotarztsystem für das Bergische Land in Betrieb gehen. Mit den Standorten in den Leitstellen Leverkusen und Mettmann wird die notärztliche Versorgung in der Region auf eine neue, digitale Ebene gehoben. Das System soll die Versorgung bei Rettungsdiensteinsätzen rund um die Uhr verbessern.
Das neue Telenotarztsystem ist ein Gemeinschaftsprojekt des Ennepe-Ruhr-Kreises, des Kreises Mettmann sowie der Städte Remscheid, Solingen, Wuppertal und Leverkusen. Es wird von der gemeinnützigen ADAC Telenotarzt gGmbH in Kooperation mit der umlaut telehealthcare GmbH, einer Tochtergesellschaft von Accenture, betrieben.
Digitalisierte Notfallversorgung in Echtzeit
Das System ergänzt bestehende Notfallkonzepte, indem es Rettungskräfte per Video- und Datenübertragung mit einem Telenotarzt verbindet. Dieser kann die Patienten im Rettungswagen in Echtzeit betreuen, medizinische Maßnahmen delegieren und entscheiden, ob ein Transport ins Krankenhaus erforderlich ist. Die leitstellengesteuerte Alarmierung ermöglicht eine schnelle Reaktion, und ein Telenotarzt kann mehrere Einsätze gleichzeitig überwachen.
„Mit diesem System wird wertvolle Zeit in der Notfallversorgung gewonnen, was im Ernstfall Leben retten kann“, betont Andreas Estermeier, Geschäftsführer der ADAC Telenotarzt gGmbH. Der Telenotarzt greift dabei auf Gesundheitsdaten und Vitalwerte zu, die durch vernetzte Geräte im Rettungswagen erfasst werden, und kann so eine fundierte Diagnose und Behandlung sicherstellen.
Technik und Personal für höchste Standards
Die technische Ausstattung der Leitstellen und Rettungswagen erfolgt durch die umlaut telehealthcare GmbH, die seit 2014 als Pionier auf dem Gebiet der Telenotfallmedizin in Deutschland gilt. Sie entwickelt fortlaufend neue Systemkomponenten und optimiert die digitale Rettungskette. Bereits im ersten Schritt werden die Leitstellen in Leverkusen und Mettmann sowie die beteiligten Rettungswagen mit modernster Technologie ausgestattet.
Parallel dazu werden Notärztinnen und Notärzte für den Telenotarztdienst ausgebildet und qualifiziert. Die Einführung des Systems erfolgt stufenweise und soll über mehrere Jahre hinweg bis zum Vollbetrieb ausgebaut werden.
Einbindung in ein deutschlandweites Netzwerk
Das System ist Teil eines größeren Netzwerks, das mit anderen Telenotarztstandorten in Deutschland verknüpft ist. So wird eine 24-Stunden-Verfügbarkeit gewährleistet, die die Kapazitäten der Notarztressourcen erheblich erhöht. Der Standort im Bergischen Land reiht sich in eine Reihe erfolgreicher Projekte der ADAC Telenotarzt gGmbH ein, darunter der erste Standort in Aachen und der Standort Gelnhausen im Main-Kinzig-Kreis.
Innovative Lösung für die Zukunft
Die ADAC Telenotarzt gGmbH wurde ursprünglich 2021 als TNA Service gGmbH gegründet und firmiert seit 2023 unter ihrem jetzigen Namen. Als Tochtergesellschaft der ADAC Luftrettung setzt das Unternehmen auf modernste Technologie, um die Notfallversorgung effizienter und zuverlässiger zu gestalten.
„Wir freuen uns, mit diesem Projekt neue Wege in der Notfallmedizin zu gehen und die Versorgung der Menschen im Bergischen Land nachhaltig zu verbessern“, erklärt Estermeier. Die Zusammenarbeit mit regionalen Kliniken und Rettungsdiensten sei entscheidend, um das Potenzial des Systems vollständig auszuschöpfen.
Mit dem Start des Telenotarztsystems setzt das Bergische Land auf ein innovatives Konzept, das die Versorgung in Notfallsituationen modernisiert und optimiert.