Tod von Buckelwal Timmy beendet monatelange Debatte über millionenschwere Rettungsaktion

Daniel H/CCA



Der Tod des Buckelwals Timmy hat eine der aufwendigsten und zugleich umstrittensten Tierrettungen der vergangenen Jahre beendet. Nachdem der Wal wochenlang vor der deutschen Ostseeküste für Schlagzeilen gesorgt hatte, bestätigten dänische Behörden nun den Tod des Tieres vor der Insel Anholt. Die Identifizierung erfolgte über einen zuvor angebrachten GPS-Sender.

Timmy war mehrfach in flachen Gewässern vor Mecklenburg-Vorpommern gestrandet. Besonders vor Poel und Wismar beschäftigte der geschwächte Wal Einsatzkräfte, Wissenschaftler und freiwillige Helfer über Wochen hinweg. Das Tier zeigte bereits früh deutliche gesundheitliche Probleme, dennoch wurde eine großangelegte Rettungsaktion organisiert, um den Buckelwal zurück Richtung Nordsee zu bringen.

Die Maßnahmen entwickelten sich zu einem logistischen Großeinsatz. Zum Einsatz kamen Spezialschiffe, Schlepper, Bagger sowie Pump- und Saugtechnik. Teilweise wurden Fahrrinnen ausgehoben und künstliche Wellen erzeugt, um den mehrere Tonnen schweren Wal wieder in tiefere Gewässer zu bewegen. Zusätzlich erfolgten medizinische Beobachtungen und eine dauerhafte Ortung per GPS.

Die Kosten der Rettung werden inzwischen auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt. Nach Angaben der beteiligten Unterstützer könnten die tatsächlichen Ausgaben noch höher liegen, da einzelne technische und logistische Leistungen bislang nicht vollständig berücksichtigt wurden. Finanziert wurde der Einsatz überwiegend durch private Geldgeber.

Der Fall löste bundesweit intensive Diskussionen aus. Während viele Menschen die Rettung als notwendige Hilfe für ein bedrohtes Wildtier betrachteten, äußerten Meeresbiologen früh erhebliche Zweifel an den Erfolgsaussichten. Fachleute verwiesen darauf, dass gestrandete Großwale häufig schwere innere Schäden erleiden. Durch das enorme Eigengewicht kommt es bei längerem Aufenthalt in flachen Gewässern oft zu Organproblemen, Kreislaufstörungen und massiven Gewebeschäden.

Auch in Nordrhein-Westfalen wurde der Fall aufmerksam verfolgt. In Wuppertal griffen mehrere lokale Umweltgruppen und Tierfreunde die Diskussion um den Umgang mit Wildtieren in menschlich beeinflussten Lebensräumen auf. Der Fall Timmy entwickelte sich dadurch weit über die Küstenregion hinaus zu einem Symbol für die Frage, wie weit Rettungseinsätze bei schwer geschädigten Wildtieren gehen sollten.

Nach dem Abbruch des GPS-Signals war die Hoffnung auf ein Überleben des Wals bereits deutlich gesunken. Wenig später wurde vor der dänischen Insel Anholt ein toter Buckelwal entdeckt. Taucher fanden schließlich den Sender am Kadaver und bestätigten damit die Identität des Tieres. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, in welchem gesundheitlichen Zustand sich der Wal zuletzt befand.

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