Weniger Schwimmhelfer an Wuppertaler Grundschulen

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An 13 Schulen fehlt in diesem Schuljahr zusätzliche Unterstützung im Schwimmunterricht

Wuppertaler Grundschulen müssen in diesem Schuljahr mit deutlich weniger Schwimmhelfern auskommen. An 13 Schulen steht die Unterstützung des Wuppertaler Schwimmverbands nicht mehr im bisherigen Umfang zur Verfügung. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt vor den Folgen für den Schwimmunterricht.

Seit 2009 unterstützt der Schwimmverband die Schulen im Rahmen der Wuppertaler Schwimmoffensive mit zusätzlichen Kräften. Die Helfer sind vor allem im Nichtschwimmerbereich eingesetzt. Dort können sie einzelne Kinder betreuen, während die Lehrkräfte vom Beckenrand aus die gesamte Gruppe im Blick behalten müssen.

Im vergangenen Schuljahr wurden noch 92 Klassen unterstützt. Im laufenden Schuljahr sind es nach Angaben des Schwimmverbands nur noch 54. Damit fällt die zusätzliche Betreuung für 34 Klassen an 13 Grundschulen weg.

Besonders Nichtschwimmer sind betroffen

Für die Schulen ist die Unterstützung vor allem deshalb wichtig, weil die Voraussetzungen der Kinder beim Schwimmen stark auseinandergehen. Während einige Schüler bereits sicher schwimmen, haben andere noch Schwierigkeiten mit der Wassergewöhnung oder können sich nicht selbstständig in eine sichere Schwimmlage bringen.

An der Grundschule Thorner Straße wurde der Wegfall des Schwimmhelfers nach Angaben der Schule mit großer Sorge aufgenommen. Die zusätzlichen Kräfte konnten bislang direkt mit den Kindern ins Nichtschwimmerbecken gehen, einzelne Schüler betreuen und grundlegende Bewegungsabläufe vermitteln. Ohne diese Unterstützung steigt die Belastung für die Lehrkräfte, die gleichzeitig für die Sicherheit und Betreuung der gesamten Gruppe verantwortlich sind.

Auch an der Grundschule Kruppstraße fehlt in diesem Schuljahr ein Schwimmhelfer. Die Schule verweist auf die großen Unterschiede bei den Vorkenntnissen der Kinder. Durch die zusätzliche Kraft konnten Lerngruppen besser aufgeteilt und Schüler gezielter gefördert werden.

An der Grundschule Hesselnberg steht dagegen weiterhin ein Schwimmhelfer zur Verfügung. Dort wird die zusätzliche Unterstützung unter anderem für die Wassergewöhnung, das Erlernen von Schwimmbewegungen und das Einüben von Bewegungsabläufen genutzt.

Schwimmoffensive war deutlich ausgeweitet worden

Die Wuppertaler Schwimmoffensive gilt als etabliertes Unterstützungsmodell. Zum Start im Jahr 2009 wurden 18 Klassen von Schwimmhelfern begleitet. Im vergangenen Schuljahr waren es 92 Klassen, darunter überwiegend Grundschulen, aber auch einzelne weiterführende Schulen.

Nach Angaben des Schwimmverbands NRW ist eine solche Unterstützung durch Schwimmhelfer in dieser Form keine Selbstverständlichkeit. Vergleichbare Angebote gibt es nur in wenigen anderen Städten. In Köln beispielsweise investiert die Stadt jährlich rund 1,2 Millionen Euro in Maßnahmen zur Schwimmförderung.

Der Wuppertaler Schwimmverband beteiligt sich zudem an der Schulschwimmwoche der Stadt. Im Juni erhielten dabei 78 Klassen täglich eine Stunde zusätzlichen Schwimmunterricht. Darüber hinaus organisiert der Verband Ferienschwimmkurse im Rahmen des Landesprogramms „NRW kann schwimmen“. Für die Herbstferien wurden in Wuppertal 22 Kurse angemeldet. Damit liegt die Stadt landesweit auf Platz zwei.

Schwimmverband verweist auf interne Gründe

Warum die Unterstützung an den 13 Grundschulen reduziert wurde, ist aus Sicht der Stadt bislang nicht abschließend geklärt. Die Verwaltung will deshalb das Gespräch mit dem Schwimmverband suchen.

Der Verband erklärt die Reduzierung mit internen Gründen. Gleichzeitig betont er, die Schwimmoffensive weiterhin aus eigenen Mitteln und mit Übungsleitern zu unterstützen. Ziel bleibe es, gemeinsam mit den Schulen die Zahl der Nichtschwimmer zu verringern.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Schwimmverband gemeinsam mit dem Stadtsportbund und der Stadt Schulungen und Ausbildungen für Schwimmassistenten unterstützt, finanziert und durchgeführt. Darüber hinaus gehört die Unterstützung der Mitgliedsvereine zu seinen Aufgaben.

Stadt setzt auf zusätzliche Lehrbecken

Die Stadtverwaltung möchte die Schwimmförderung weiter ausbauen. Stefanie Mäde, Leiterin des Stadtbetriebs Schulen, bezeichnet die Unterstützung durch Schwimmhelfer als besonders wichtig. Auch die Schulaufsicht dränge darauf, den Kindern mehr Zeit im Wasser zu ermöglichen.

Geplant ist deshalb der Bau von zwei zusätzlichen Lehrbecken. Zugleich hofft die Stadt darauf, dass der Schwimmverband seinen Einsatz an den betroffenen Schulen wieder ausweiten kann. Sollte die Finanzierung ein Hindernis sein, hat nach Angaben der Stadt bereits ein Verein finanzielle Unterstützung für den Einsatz von Schwimmhelfern angeboten.

Die Ausbildung und Bezahlung der Schwimmhelfer organisiert und finanziert grundsätzlich der Schwimmverband. Unterstützt wird das Angebot durch Zuschüsse der Bezirksvertretungen. Diese haben den Schulen in den vergangenen Jahren auf Antrag jeweils zwischen 300 und 3000 Euro jährlich aus ihren freien Mitteln zur Verfügung gestellt.

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