Am Bergischen Weiterbildungskolleg in Wuppertal hat sich aus einem schulischen Projekt eine dauerhafte Initiative entwickelt. Rund 20 Studierende holen regelmäßig überschüssige Lebensmittel bei der Tafel Wuppertal ab und verteilen sie anschließend an Mitschüler. Auf diese Weise werden nicht nur Lebensmittel vor der Verschwendung bewahrt, sondern zugleich Menschen unterstützt, die mit einem knappen Budget auskommen müssen.
Jeden Montag führt der Weg eines Fahrzeugs vom Weiterbildungskolleg an der Pfalzgrafenstraße zur Tafel in Barmen. Dort übernehmen die Studierenden die bereitgestellten Lebensmittel und bringen sie anschließend zurück zur Schule. Seit rund einem halben Jahr organisiert Denny Mauren aus dem fünften Semester die ehrenamtlichen Abläufe. Dazu gehören die Einteilung der Fahrer und die Koordination der Helfer.
Die Initiative entstand zunächst im Rahmen eines Projektkurses in der Oberstufe. Inzwischen haben die Studierenden die Verantwortung für das Angebot selbst übernommen. Die Schulleitung unterstützt das Vorhaben und hat die eigenständige Organisation genehmigt.
Aus eigener Erfahrung engagiert
Für einige Teilnehmer hat die Initiative einen persönlichen Hintergrund. Levi Raimund kennt die Unterstützung durch die Tafel aus eigener Erfahrung. Als ihm bewusst wurde, dass die Lebensmittel ohne ausreichende Unterstützung möglicherweise nicht mehr zur Verfügung gestellt werden könnten, entschloss er sich, selbst bei der Organisation mitzuhelfen.
Auch Alaa Khwatmi beteiligt sich seit mehr als einem Jahr. Für sie ist das Projekt eine Möglichkeit, etwas von der Unterstützung zurückzugeben, die sie selbst als wertvoll empfindet.
Eine besondere Verbindung zu dem Angebot hat Brivan Smoqi. Die Studentin lebte über mehrere Jahre in Flüchtlingslagern in Griechenland, der Türkei und Wuppertal und engagierte sich bereits dort ehrenamtlich. Heute ist sie selbst auf die gespendeten Lebensmittel angewiesen. Aus den erhaltenen Zutaten bereitet sie in ihrer Wohnung eigene Mahlzeiten zu.
Unterstützung bis zum Monatsende
Für viele erwachsene Studierende ist die Lebensmittelverteilung eine konkrete finanzielle Entlastung. Andreas Fleck und Matthias Korte, die beide ihr Abitur nachholen, berichten aus eigener Erfahrung, wie schwierig die finanzielle Situation gegen Ende eines Monats werden kann. Die Lebensmittel hätten ihnen bereits mehrfach geholfen, ihren Alltag zu bewältigen.
Ihr Engagement ist deshalb auch darauf ausgerichtet, das Angebot langfristig zu sichern. Andere Studierende beteiligen sich vor allem, weil sie den Fortbestand des Projekts unterstützen möchten.
Die Auswahl der Lebensmittel ist vielfältig. Dazu gehören unter anderem Ketchup, Instantnudeln, Tortellini und saisonale Süßigkeiten wie Schokoladenhasen. Für die Empfänger kann auch ein vergleichsweise kleines Lebensmittelangebot eine spürbare Hilfe sein.
Leticia Seminara übernimmt vor allem Fahrten, weil sie einen Führerschein besitzt und auf das Auto ihrer Eltern zurückgreifen kann. Damit möchte sie einen praktischen Beitrag für die Gemeinschaft am Weiterbildungskolleg leisten.
Die Organisation wird von der Schulleitung und den Lehrkräften unterstützt. Entscheidend für das Funktionieren des Projekts sind jedoch vor allem die Studierenden selbst, die Fahrten organisieren, Lebensmittel abholen und die Verteilung übernehmen. Möglich wird das Angebot durch die Zusammenarbeit mit der Tafel Wuppertal und die Lebensmittelspenden, die dort zur Verfügung gestellt werden.
Wenn Lebensmittel dort ankommen, wo sie gebraucht werden
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