Wiedener Kreuz: Entscheidung über Gebäude steht weiter aus

Daniel H/CCA



Knapp zwei Monate nach der Sperrung des Gebäudes an der Düsseldorfer Straße 282 ist die Zukunft des Hauses am Wiedener Kreuz weiterhin ungeklärt. Während die Stadt den Abriss fordert, hält Eigentümer Eckehardt Rogge an einer Sanierung fest. Bis zum 10. Juli muss ein belastbares Instandsetzungskonzept vorgelegt werden. Andernfalls droht die Anordnung des Abrisses.

Auslöser der aktuellen Situation war ein Schaden, der am 12. Mai im Keller des Gebäudes entdeckt wurde. Dort war ein Loch entstanden, zudem hatte sich eine Kellerwand abgesenkt. Die Feuerwehr räumte das Haus vorsorglich, die Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen. Aus Sicherheitsgründen sperrte die Stadt anschließend den Bereich rund um das Gebäude, da ein Einsturz und herabfallende Trümmer nicht ausgeschlossen werden konnten.

Nach einer vollständigen Sperrung wurde die Kreuzung später teilweise wieder für den Verkehr freigegeben. Dennoch sorgen Fahrbahnverengungen und eine provisorische Verkehrsführung mit Ampelanlage weiterhin für erhebliche Behinderungen. Die Einschränkungen wirken sich auf Anwohner, Gewerbebetriebe und Pendler gleichermaßen aus. Landwirte müssen längere Fahrstrecken in Kauf nehmen, Geschäfte berichten von rückläufigen Kundenzahlen. Auch die Schließung des Gartencenters Amoflor wurde nach Unternehmensangaben durch die anhaltende Verkehrssituation zusätzlich beschleunigt.

Der Eigentümer sieht weiterhin die Möglichkeit, das Gebäude zu erhalten. Geplant ist, den beschädigten Kellerbereich mit Beton zu verfüllen und dadurch den Untergrund zu stabilisieren. Nach seiner Einschätzung weist das Gebäude selbst keine statischen Schäden auf.

Die Stadt hält diese Einschätzung bislang jedoch nicht für ausreichend belegt. Sie fordert ein nachvollziehbares und gutachterlich abgesichertes Sanierungskonzept. Bereits Anfang Juni war dem Eigentümer eine Frist bis zum 10. Juli gesetzt worden. Zwar wurden inzwischen mehrfach Unterlagen nachgereicht, nach Angaben der Stadt erfüllen diese bislang jedoch nicht die geforderten Voraussetzungen.

Nach Angaben des Geschäftsbereichs Stadtentwicklung, Bauen und Mobilität lag bis Ende Juni kein vollständiges Instandsetzungskonzept vor. Für eine abschließende Bewertung seien insbesondere fachliche Untersuchungen zur Tragfähigkeit des Baugrunds sowie zur Statik des Gebäudes erforderlich. Die entsprechenden Gutachten eines Statikers und eines Geologen müsse der Eigentümer beauftragen und vorlegen.

Unklar bleibt weiterhin die Ursache des Schadens. Der Eigentümer vermutet einen Zusammenhang mit Kanalbauarbeiten aus dem Jahr 2008. Die Wuppertaler Stadtwerke weisen diese Vermutung zurück. Nach eigenen Angaben haben mehrere Untersuchungen der Leitungen keine Hinweise auf einen Wasserschaden oder undichte Rohre ergeben.

Die Auswirkungen der Sperrung belasten weiterhin zahlreiche Anwohner. Besonders betroffen sind Menschen, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. Durch die Umleitungen entfallen direkte Busverbindungen, wodurch Fahrten deutlich länger und teurer werden. Nach Angaben eines Anwohners haben sich unter anderem die Taxikosten für Fahrten nach Vohwinkel nahezu verdoppelt. Auch Lieferdienste verlangen aufgrund der Umwege zusätzliche Gebühren. Aus Sicht vieler Betroffener führt die eingeschränkte Verkehrsanbindung dazu, dass mehrere Tausend Einwohner derzeit nur erschwert erreichbar sind.

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