Anwohner, Jäger und Politik diskutieren über zunehmende Schäden
Die zunehmende Ausbreitung von Wildschweinen auf den Wuppertaler Südhöhen sorgt weiterhin für erhebliche Probleme und wachsenden Unmut unter Anwohnern und Landwirten. Bei einem Ortstermin an der Rather Straße in Berghausen kamen auf Einladung der CDU-Fraktion des Stadtrats Vertreter der Jägerschaft, Behörden sowie betroffene Bürger zusammen, um über die angespannte Lage und mögliche Gegenmaßnahmen zu beraten.
Besonders in den Stadtteilen Sudberg und Cronenberg häufen sich seit Monaten Schäden auf Wiesen, Pferdeweiden und Privatgrundstücken. Landwirte berichten von erheblichen Verwüstungen durch die Tiere. Betroffene beklagen, dass sich die Situation im laufenden Jahr nochmals verschärft habe.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie der wachsende Bestand reguliert werden kann. Vertreter der Kreisjägerschaft erläuterten die Herausforderungen des sogenannten Schwarzwildmanagements. Ziel sei es, die Population einzudämmen und zugleich die Ausbreitung von Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Gleichzeitig müsse bei der Jagd die Sicherheit der Bevölkerung jederzeit gewährleistet bleiben.
Nach Angaben der Jägerschaft wurden in den vergangenen drei Jagdjahren insgesamt 103 Wildschweine erlegt. Dennoch nehme die Population weiter zu. Bereits in den ersten Wochen des laufenden Jahres seien deutlich mehr Tiere geschossen worden als im Vergleichszeitraum zuvor.
Als Ursachen gelten neben günstigen Lebensbedingungen auch menschliches Verhalten. Komposthaufen und Essensreste lockten die Tiere zunehmend in die Nähe von Wohngebieten. Zugleich erschwerten freilaufende Hunde, Mountainbiker abseits ausgewiesener Wege sowie Pferde auf Weideflächen die Jagd erheblich. Sichere Schüsse seien unter solchen Bedingungen oft nicht möglich. Zudem sei der personelle und zeitliche Aufwand für die Bejagung enorm.
Auch eine Ausweitung der Jagd wird von Fachleuten kritisch bewertet. Eine größere Zahl eingesetzter Jäger erhöhe den organisatorischen Aufwand und die Sicherheitsrisiken. Daher stoße auch dieser Ansatz an praktische Grenzen.
Anwohner kritisierten während des Treffens vor allem die aus ihrer Sicht unzureichende Abstimmung zwischen Behörden, Jagdpächtern und Betroffenen. Zwar bestehen in einzelnen Bereichen bereits Sondergenehmigungen für Abschüsse, dennoch sehen viele Bürger weiterhin erheblichen Handlungsbedarf.
Die Untere Jagdbehörde bestätigte, dass die Wildschweinpopulation nicht nur im Süden, sondern inzwischen auch in anderen Teilen Wuppertals deutlich zunehme. Hinzu komme die hohe Mobilität der Tiere, die innerhalb einer Nacht große Strecken zurücklegen können und dadurch kaum dauerhaft in bestimmten Gebieten gehalten werden.
Forderungen nach groß angelegten revierübergreifenden Drückjagden oder dem Einsatz von Fanganlagen wiesen die zuständigen Behörden zurück. Solche Maßnahmen seien rechtlich nur eingeschränkt möglich und kämen vor allem bei einer akuten Gefährdungslage durch die Afrikanische Schweinepest infrage.
Wildschweinplage auf Wuppertals Südhöhen bleibt ungelöst
Byrdyak/CCA