Wuppertal. Der Wuppertaler SV hat die zweite Runde des Niederrheinpokals erreicht. Der Fußball-Oberligist setzte sich am Sonntagnachmittag gegen den Ligakonkurrenten SpVg Schonnebeck mit 7:6 nach Elfmeterschießen durch. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 3:3 gestanden. Dabei lag der WSV zwischenzeitlich mit drei Toren zurück und musste die Schlussphase der Verlängerung zudem in Unterzahl bestreiten.
Die Partie wurde aufgrund eines vom Verband verhängten Zuschauerausschlusses vor leeren Rängen ausgetragen. Hintergrund waren Ausschreitungen beim Spiel in Büderich im November 2025. WSV-Trainer Tim Schneider konnte Kapitän Felix Herzenbruch nach dessen zunächst auf der Bank verbrachtem Beginn im weiteren Spielverlauf einsetzen. Bei Schonnebeck stand mit Dirk Tönnies ein ehemaliger Wuppertaler Spieler und Trainer an der Seitenlinie.
WSV nutzt Chancen zunächst nicht
Der WSV erwischte den besseren Start. Bereits in der ersten Minute setzte sich Duje Goles im Strafraum durch und legte für Arlind Bajrami auf, dessen Abschluss jedoch über das Tor ging. Die Wuppertaler blieben zunächst spielbestimmend und erarbeiteten sich weitere Möglichkeiten.
Besonders knapp wurde es nach einer Kombination von Dario Biancardi und Semir Saric: Saric traf aus rund 25 Metern nur den Pfosten, Goles setzte den Abpraller neben das Tor. Wenig später scheiterte Saric mit einem Freistoß an Schonnebecks Torhüter Jan Klaus Fauseweh.
Bei Temperaturen um 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit wurde nach 24 Minuten eine Trinkpause eingelegt. Danach kippte die Partie. Schonnebeck nutzte die erste große Gelegenheit zur Führung. Yan Marcos Friessner Montas setzte sich durch und überwand WSV-Torhüter Fotios Adamidis zum 1:0. Nur zwei Minuten später erhöhte derselbe Spieler auf 2:0.
Der WSV musste zudem einen verletzungsbedingten Rückschlag verkraften. Ariyoh Ayinla konnte nicht weiterspielen und wurde durch Herzenbruch ersetzt. Bis zur Pause fanden die Wuppertaler nicht mehr zu ihrem anfänglichen Spiel zurück.
Schonnebeck erhöht auf 3:0
Nach dem Seitenwechsel blieb zunächst Schonnebeck am Drücker. Adamidis verhinderte kurz nach Wiederbeginn einen weiteren Treffer, war in der 53. Minute jedoch erneut geschlagen. Friessner Montas setzte sich gegen Noel Westenberger durch und erzielte mit seinem dritten Tor an diesem Nachmittag das 3:0.
Schneider reagierte mit mehreren Wechseln. Unter anderem kamen Genc Lajqi, Arian Amyn und Linus Fröhlich ins Spiel. Die Maßnahmen zeigten Wirkung. In der 61. Minute verkürzte Eren Albayrak nach Vorarbeit von Amyn im Nachsetzen auf 1:3.
Nur fünf Minuten später wurde es wieder eng für die Gäste. Fröhlich traf aus rund 20 Metern zum 2:3. Eine erneute Trinkpause unterbrach die Partie, diesmal blieb der WSV anschließend im Rhythmus.
WSV erzwingt den Ausgleich
In der 78. Minute fiel tatsächlich der Ausgleich. Nach einem Freistoß von Saric landete der Ball bei Jaden Korzynietz, der den Abpraller zum 3:3 verwertete. Der WSV hatte die Partie damit innerhalb von gut 20 Minuten vollständig gedreht.
Schonnebeck blieb jedoch gefährlich. Adamidis bewahrte seine Mannschaft mit mehreren Paraden vor dem erneuten Rückstand. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit schwächte sich der WSV selbst: Albayrak kam bei einem Zweikampf zu spät und sah die Rote Karte.
Trotz Unterzahl retteten die Wuppertaler das Unentschieden über die verbleibenden Minuten. Adamidis parierte erneut stark und verhinderte in der Schlussphase der regulären Spielzeit einen Treffer der Gäste.
WSV verteidigt in Unterzahl
Auch in der Verlängerung bestimmte Schonnebeck über weite Strecken das Geschehen. Die Kräfte ließen auf beiden Seiten nach, doch die Essener kamen weiterhin zu Abschlüssen. Adamidis entwickelte sich endgültig zum entscheidenden Rückhalt und parierte unter anderem gegen Henrik Scheibe sowie mehrfach gegen Simon Skuppin.
Der WSV verteidigte mit einem Mann weniger konsequent und überstand auch die letzten Minuten. In der 118. Minute vergab Friessner Montas eine weitere Großchance, zwei Minuten später hatte Fröhlich auf der Gegenseite sogar noch den Siegtreffer auf dem Fuß. Sein Schuss ging jedoch über das Tor.
Entscheidung vom Punkt
Damit musste das Elfmeterschießen entscheiden. Schonnebeck verfehlte zunächst durch Adjey das Tor, anschließend parierte Adamidis den Versuch von Skuppin. Auf Wuppertaler Seite verwandelten Jaden Korzynietz, Felix Herzenbruch, Dario Biancardi und Semir Saric ihre Strafstöße.
Damit setzte sich der WSV nach einem 0:3-Rückstand mit 7:6 durch und zog in die zweite Runde des Niederrheinpokals ein.
In der Oberliga startet der WSV am Sonntag, 16. August, um 15 Uhr bei der SSVg Velbert in die neue Saison. Die erste Partie im Stadion am Zoo folgt am 21. August um 19.30 Uhr – erneut gegen die SpVg Schonnebeck.
WSV dreht 0:3-Rückstand und gewinnt Pokalkrimi gegen Schonnebeck
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