Wuppertal verfügt über den höchsten Grünflächenanteil aller europäischen Großstädte. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Urban Green Space Insights“ (HUGSI), in der mehr als 500 Städte weltweit mithilfe künstlicher Intelligenz analysiert wurden. Neben dem Anteil der Grünflächen flossen auch deren Qualität sowie die Zugänglichkeit für die Bevölkerung in die Bewertung ein. Mit einem Grünanteil von rund 61 Prozent belegte Wuppertal europaweit den Spitzenplatz.
Die historische Entwicklung der Stadt spielt dabei eine zentrale Rolle. Bereits im 19. Jahrhundert engagierten sich Bürgervereine für die Gestaltung von Parkanlagen und Waldgebieten rund um das Wuppertal. Während die Industrialisierung das Tal prägte, entstanden an den Hängen weitläufige Grünanlagen, die sowohl der Erholung als auch der repräsentativen Gestaltung des Stadtbildes dienten.
Zu den bedeutendsten Initiativen zählten der 1864 gegründete Barmer Verschönerungsverein sowie sein Elberfelder Pendant, das sechs Jahre später entstand. Aus ihrem Engagement gingen unter anderem die Barmer Anlagen und die Hardt hervor. Beide Parklandschaften prägen das Stadtbild bis heute und zählen zu den wichtigsten Naherholungsgebieten der Stadt.
Vor diesem Hintergrund bietet die Landschaftsplanerin und Stadtführerin Antonia Dinnebier zwei thematische Rundgänge an, die die Geschichte und Bedeutung der Wuppertaler Grünanlagen in den Mittelpunkt stellen.
Rundgang zur Königshöhe am 5. Juli
Die erste Führung findet am Sonntag, 5. Juli, statt. Ausgangspunkt ist um 14 Uhr der Gutenbergplatz an der Schwebebahnhaltestelle Pestalozzistraße. Von dort führt die Route über den Arrenberg, die Milchstraße und den Königshöher Weg in Richtung Kiesberg und Königshöhe.
Unterwegs werden unter anderem der Ehrenfriedhof Elberfeld sowie die historischen Entwicklungen der Ende des 19. Jahrhunderts angelegten Grünflächen thematisiert. Darüber hinaus eröffnet sich ein Blick auf den Von-der-Heydt-Turm und die umliegenden Parkanlagen. Die Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich.
Führung zur Kaiserhöhe am 2. August
Ein weiterer Rundgang folgt am Sonntag, 2. August. Auch hier beginnt die Tour um 14 Uhr am Gutenbergplatz. Von dort verläuft die Strecke über die Nützenberger Treppe, die als längste Treppenanlage Wuppertals gilt, hinauf zur Kaiserhöhe.
Im Mittelpunkt stehen die Geschichte des ersten Landschaftsparks, der im 19. Jahrhundert durch den Elberfelder Verschönerungsverein angelegt wurde, sowie die zukünftige Entwicklung des Areals im Zusammenhang mit der Bundesgartenschau 2031. Geplant ist dort eine rund 850 Meter lange Fußgänger-Hängebrücke, die Kaiserhöhe und Königshöhe miteinander verbinden soll.
Der Rückweg führt über den Weyerbuschturm sowie die Barbarossa- und Bismarckstraße zurück zum Ausgangspunkt. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich.
Wuppertal gilt als grünste Großstadt Europas – Stadtführungen widmen sich den historischen Parklandschaften
Photo by Goutham Krishna on Unsplash
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