Gustav Roeckener lebt seit Jahrzehnten im Zoo und arbeitet trotz seines Rentenalters weiterhin mit Elefanten. Der 70-Jährige möchte seine Tätigkeit so lange wie möglich fortsetzen. Wie es langfristig für ihn weitergeht, ist allerdings offen.
Gustav Roeckener hat mehr als ein halbes Jahrhundert seines Lebens der Pflege von Elefanten gewidmet. Seit 2002 arbeitet er im Grünen Zoo Wuppertal, wo er auch heute noch wohnt. Obwohl er inzwischen 70 Jahre alt ist und sich offiziell im Ruhestand befindet, hat er seine berufliche Tätigkeit nicht vollständig aufgegeben. Als Minijobber unterstützt er das Team weiterhin an ein bis zwei Tagen pro Woche.
Sein Zuhause liegt nur wenige Meter vom Elefantenhaus entfernt. Bereits während seiner früheren Stationen in anderen Zoos lebte Roeckener in einer Dienstwohnung oder einem Haus auf dem jeweiligen Gelände. Das Leben zwischen den Tieren ist für ihn längst selbstverständlich geworden. Neben den Elefanten gehören auch die Geräusche anderer Zoobewohner zu seinem Alltag. Besonders die Nähe zu den Tieren und die Möglichkeit, unmittelbar auf ungewöhnliche Situationen reagieren zu können, schätzt er an dieser Lebensweise.
Ein Leben zwischen Elefantenpflege und Erinnerungen
Die Arbeit mit den Dickhäutern prägt Roeckeners Alltag seit Jahrzehnten. Zu seinen regelmäßigen Aufgaben gehört unter anderem die Pflege der Tiere im Elefantenhaus. Die enge Verbindung zu seinem Beruf erklärt auch, weshalb ihm der vollständige Abschied schwerfällt. Elefanten faszinieren ihn insbesondere durch ihre Sensibilität und ihr ausgeprägtes Gespür für ihre Umgebung.
Seine Leidenschaft spiegelt sich auch in seinem Zuhause wider. Dort finden sich zahlreiche Gegenstände mit Elefantenmotiven, darunter Geschirr, Figuren und Bilder. Hinzu kommen Fotografien, die wichtige Stationen seiner langjährigen Tätigkeit dokumentieren.
Zu den Höhepunkten seiner Laufbahn zählen für Roeckener vor allem die Geburten junger Elefanten. In solchen Situationen übernachteten die Pfleger teilweise sogar im Elefantenhaus, um die Tiere besonders intensiv betreuen zu können. Die Geburt eines Elefanten ist für ihn bis heute mit besonderen Erinnerungen verbunden.
Neben diesen erfreulichen Erlebnissen musste er auch schwierige Situationen bewältigen. Besonders der Tod des jungen Elefantenbullen Tsavo hat ihn nachhaltig belastet. Das Tier musste 2022 im Alter von zwei Jahren nach einer Tetanusinfektion eingeschläfert werden. Auch Jahre später fällt es Roeckener schwer, über diesen Verlust zu sprechen.
Veränderte Sicherheitsvorschriften im Zoo
Im Laufe seiner beruflichen Laufbahn hat Roeckener erlebt, wie sich die Elefantenhaltung und der Umgang mit den Tieren verändert haben. Früher wurden Elefanten gelegentlich durch den Zoo geführt, um ihnen zusätzliche Abwechslung zu ermöglichen. Dabei kam es auch vor, dass ein Tier ausbrach. Heute sind solche Aktivitäten aus Sicherheitsgründen nicht mehr erlaubt.
Die langjährige Erfahrung des Pflegers und seine umfassenden Kenntnisse über das Verhalten der Tiere machen ihn für das Team weiterhin wertvoll. Auch sein Kollege Filipe von Gilsa verbindet mit der gemeinsamen Arbeit zahlreiche prägende Erlebnisse. Über Jahrzehnte standen beide Seite an Seite im Elefantenhaus. Aus der langjährigen Zusammenarbeit ist eine enge persönliche Verbundenheit entstanden, die über das berufliche Verhältnis hinausgeht.
Zukunft im Wuppertaler Zoo bleibt offen
Dass Roeckener auch nach dem Eintritt in den Ruhestand weiterarbeiten darf, wird im Zoo positiv aufgenommen. Wie lange er dort wohnen und seine Tätigkeit fortsetzen kann, ist jedoch nicht abschließend geklärt.
Nach Angaben von Zoo-Kuratorin Antonia Colàn Bräunig hängt die Entscheidung nicht allein von der Leitung des Zoos ab. Da der Grüne Zoo zur Stadt Wuppertal gehört, spielen auch kommunale Zuständigkeiten eine Rolle. Solange der derzeitige Zoodirektor Lawrenz im Amt ist, sieht Roeckener seine Zukunft vergleichsweise gelassen. Ein möglicher Wechsel an der Spitze könnte die Situation jedoch verändern.
Der 70-Jährige konzentriert sich deshalb darauf, gesundheitlich fit zu bleiben und weiterhin im Elefantenhaus mitarbeiten zu können. Sollte ein Verbleib im Wuppertaler Zoo eines Tages nicht mehr möglich sein, hat er bereits eine alternative Vorstellung für sein Leben entwickelt: Er möchte nach Afrika auswandern und in der Nähe frei lebender Elefanten leben.
Bis dahin will Roeckener seine Arbeit im Wuppertaler Zoo fortsetzen. Der nächste Einsatz bei den Elefanten ist für ihn weiterhin ein fester Bestandteil seines Alltags.
Wuppertaler Zoo: Elefantenpfleger bleibt auch nach dem Ruhestand seinem Beruf treu
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