1000 Jahre Kirche Schöller: Historisches Bauwerk vor umfassender Sanierung

Daniel H/CCA



Ältester Sakralbau Wuppertals steht vor millionenschwerer Rettung

Die Kirche im Wuppertaler Stadtteil Schöller gehört zu den ältesten noch genutzten Sakralbauten der Stadt. Seit rund 1000 Jahren prägt das kleine Gotteshaus den Ort im Westen Wuppertals. Nun steht das historische Gebäude erneut vor einer grundlegenden Sanierung. Die erforderlichen Arbeiten werden voraussichtlich mindestens 2,5 Millionen Euro kosten.

Schöller liegt unmittelbar gegenüber von Haan-Gruiten und abseits der großen Verkehrswege. Die Kirche befindet sich hinter historischen Fachwerkhäusern und wird selbst von vielen Radfahrern, die auf den Wegen durch das Bergische Land unterwegs sind, kaum wahrgenommen. Für die örtliche Gemeinde ist das Gebäude jedoch von großer Bedeutung.

Schäden am Mauerwerk gefährden die Bausubstanz

Ursprünglich sollte vor allem der Kirchturm instand gesetzt werden. Bei den Untersuchungen zeigte sich jedoch, dass die Probleme wesentlich umfassender sind. Die Konstruktion des mittelalterlichen Gebäudes erweist sich als besondere statische Herausforderung: Der Turm wurde einst unmittelbar auf die Außenmauer des Kirchenschiffs gesetzt. Diese Bauweise hat über Jahrhunderte Bestand gehabt, verursacht inzwischen jedoch erhebliche Probleme.

Im Mauerwerk haben sich tiefe Risse gebildet. Zudem besteht die Gefahr, dass sich Steine aus dem Bereich des Turms lösen. Die Schäden machen eine umfassende Sicherung und Sanierung erforderlich.

Auch das Geläut kann derzeit nicht regulär eingesetzt werden. Die Glocken befinden sich weiterhin im Turm, dürfen wegen der Belastungen durch die Schwingungen jedoch nicht mehr geläutet werden. Stattdessen werden Aufnahmen des Glockengeläuts abgespielt.

Jubiläumswochenende soll Spenden einbringen

Zum 1000-jährigen Bestehen wird die Kirche am 12. und 13. September mit einem umfangreichen Programm gewürdigt. Vorgesehen sind unter anderem Gottesdienste, Chormusik und eine Lieder-Revue. Auch für Familien gibt es Veranstaltungen, an deren Gestaltung die Kindertagesstätte der Gemeinde beteiligt ist.

Ein besonderer Programmpunkt sind spontane Hochzeits- und Segensfeiern am Sonntag. Paare können dafür ohne vorherige Anmeldung in der Kirche zusammenkommen. Auch der kleine Kirchgarten soll Teil der Feierlichkeiten sein.

Mit dem Jubiläumswochenende verbindet die Gemeinde zugleich die Hoffnung auf zusätzliche Einnahmen für die dringend notwendige Sanierung.

Gemeinde musste bereits im 18. Jahrhundert um Hilfe bitten

Dass die Finanzierung größerer Reparaturen die Gemeinde vor erhebliche Herausforderungen stellt, ist keineswegs neu. Bereits im 18. Jahrhundert war der Zustand der Kirche so problematisch, dass umfangreiche Maßnahmen erforderlich wurden, um einen Einsturz zu verhindern.

Damals gingen Gemeindemitglieder auf sogenannte Bettelreisen, um die notwendigen Mittel aufzubringen. Ihre Wege führten nicht nur durch die umliegenden Regionen, sondern bis in die Niederlande. Die Sammlung war letztlich erfolgreich und ermöglichte die Rettung des historischen Bauwerks.

Ein weiteres Zeugnis der langen Geschichte befindet sich im Inneren der Kirche: Das aus einem einzigen Stein gefertigte Taufbecken dürfte sogar älter sein als das Kirchengebäude selbst.

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