Ehemaliges Kaufhof-Gebäude: Stadt erhält Rückendeckung für Kaufverhandlungen

-wuppertaler /CCA


Die Stadt Wuppertal ist dem geplanten Erwerb der ehemaligen Galeria-Kaufhof-Immobilie am Neumarkt einen wichtigen Schritt nähergekommen. In einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, des Schulausschusses sowie der Bezirksvertretung Elberfeld sprachen sich die Mitglieder jeweils mit deutlicher Mehrheit dafür aus, der Verwaltung den Einstieg in konkrete Kaufverhandlungen zu ermöglichen. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch beim Rat, der am 13. Juli über die Vorlage abstimmen wird.

Die Stadt verfolgt das Ziel, das seit dem vergangenen Jahr leerstehende Gebäude zu einem zentralen Bildungs- und Begegnungsstandort umzubauen. Vorgesehen sind unter anderem die Unterbringung der Zentralbibliothek, des Bergischen Weiterbildungskollegs sowie Flächen für die Volkshochschule. Darüber hinaus sieht das Konzept ergänzende Nutzungen wie Gastronomie, Einzelhandel, studentisches Wohnen und weitere öffentliche Angebote vor. Mit dem jetzigen Beschluss wird allerdings noch kein endgültiges Nutzungskonzept festgelegt.

Nach Angaben der Verwaltung sind die beauftragten Untersuchungen inzwischen abgeschlossen. Die technische Machbarkeitsstudie kommt zu dem Ergebnis, dass die vorgesehenen Einrichtungen grundsätzlich in dem Gebäude realisiert werden können. Ziel der aktuellen Beschlussvorlage ist zunächst ausschließlich die Aufnahme von Kaufverhandlungen mit dem Eigentümer. Ein detailliertes Konzept für die künftige Nutzung sowie mögliche Zwischennutzungen soll im ersten Quartal 2027 vorgestellt werden.

Breiten Raum nahm in den Beratungen die finanzielle Bewertung des Vorhabens ein. Insbesondere aus den Reihen der FDP wurde darauf hingewiesen, dass bislang weder der Kaufpreis noch die zu erwartenden Umbau- und Betriebskosten feststehen. Die Fraktion bekräftigte zwar ihre grundsätzliche Unterstützung für die geplante Bündelung von Bildungs- und Kultureinrichtungen an dem Standort, sah jedoch ohne belastbare Zahlen keine Grundlage für eine abschließende Entscheidung. Aus diesem Grund enthielten sich ihre Vertreter bei der Abstimmung und forderten bis zur nächsten Beratungsrunde weitergehende Informationen.

Auch andere Ausschussmitglieder verwiesen auf mögliche finanzielle Risiken und langfristige Folgekosten. Mehrfach wurde die Forderung erhoben, zunächst ein umfassendes Wirtschaftskonzept vorzulegen, bevor über den Erwerb einer Immobilie dieser Größenordnung entschieden werde.

Die Befürworter des Projekts stellten dagegen die städtebauliche Bedeutung des Gebäudes in den Mittelpunkt. Aus ihrer Sicht handelt es sich um eine Schlüsselimmobilie für die Entwicklung der Elberfelder Innenstadt. Ein weiterer Leerstand würde den Attraktivitätsverlust des Zentrums weiter verstärken. Gleichzeitig müsse die Stadt für Bibliothek, Weiterbildungskolleg und weitere öffentliche Einrichtungen ohnehin langfristige Lösungen schaffen. Der Erwerb des Gebäudes biete die Möglichkeit, mehrere kommunale Aufgaben an einem zentralen Standort zusammenzuführen und die Entwicklung der Innenstadt aktiv zu gestalten.

Auch die mit den Planungen beauftragten Fachbüros bestätigten die technische Umsetzbarkeit der vorgesehenen Nutzungen. Darüber hinaus wurde darauf verwiesen, dass das Nutzungskonzept in den kommenden Monaten weiterentwickelt werden soll. Bis Anfang 2027 sollen zusätzliche Vorschläge für ergänzende Nutzungen und mögliche Übergangslösungen erarbeitet werden.

In allen drei beteiligten Gremien erhielt die Vorlage schließlich eine deutliche Mehrheit. Im Schulausschuss entfielen zwei Gegenstimmen sowie eine Enthaltung auf den Beschluss, im Ausschuss für Stadtentwicklung drei Gegenstimmen und eine Enthaltung. Auch die Bezirksvertretung Elberfeld sprach sich mehrheitlich für die Aufnahme von Kaufverhandlungen aus.

Bevor der Rat am 13. Juli endgültig entscheidet, befassen sich zunächst noch der Kultur-, der Finanz- sowie der Haupt- und Personalausschuss mit der Vorlage. Sollte der Rat zustimmen, kann die Stadt die Verhandlungen mit dem Eigentümer auf Grundlage der bis Ende August geltenden Exklusivitätsvereinbarung fortsetzen. Erst im Anschluss wird feststehen, ob und zu welchen Bedingungen ein Erwerb der ehemaligen Kaufhof-Immobilie möglich ist.

Das könnte Dich auch interessieren

Wiedener Kreuz: Entscheidung über Gebäude steht weiter aus

AWG bleibt für die Leerung der Gelben Tonnen in Wuppertal zuständig

Polizei sucht unbekannten Autofahrer nach Unfall in Barmen