Evangelische Kirche bietet spontane Trauungen in Wuppertal an

Daniel H/CCA



Die Zahl der Eheschließungen in Wuppertal ist rückläufig. Nach Angaben von IT NRW haben im vergangenen Jahr 1354 Paare geheiratet und damit weniger als im Vorjahr. Auch kirchliche Trauungen verlieren seit Jahren an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund beteiligt sich die Evangelische Kirche in Wuppertal an der bundesweiten Aktion „Einfach heiraten“, die am 26. Juni stattfindet.

Mit dem Angebot möchten die Gemeinden neue Wege gehen und Menschen ansprechen, die sich eine unkomplizierte kirchliche Trauung oder Segnung wünschen. Das Konzept orientiert sich an den inzwischen vielerorts etablierten Pop-up-Hochzeiten, bei denen Paare ohne lange Vorbereitung und umfangreiche Planung den kirchlichen Segen erhalten oder heiraten können. Trotz des niedrigen organisatorischen Aufwands soll der Anlass in einem feierlichen Rahmen stattfinden.

Erstmals beteiligen sich in Wuppertal die Citykirche in Elberfeld sowie die Lutherkirche in Ronsdorf an der Aktion. Beide Standorte ermöglichen Paaren, sich spontan für eine Segnung oder eine kirchliche Trauung zu entscheiden.

In der Citykirche am Kirchplatz stehen Pfarrer für persönliche Gespräche zur Verfügung, die den Ablauf individuell auf die jeweiligen Paare abstimmen sollen. Die Kirche ist am Aktionstag von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Das Angebot richtet sich ausdrücklich an alle Partnerschaften und soll die Offenheit der evangelischen Kirche gegenüber unterschiedlichen Lebensformen unterstreichen. Auch Angehörige und Freunde können die Zeremonien begleiten. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich, wird jedoch empfohlen, um mögliche Wartezeiten zu verkürzen.

In der Lutherkirche an der Bandwirkerstraße werden Segnungen und Trauungen im Rahmen eines Gottesdienstes durchgeführt. Paare, die eine kirchliche Trauung wünschen, sollen bereits vor Beginn des Gottesdienstes mit den erforderlichen Unterlagen vor Ort sein. Nach der Feier ist ein gemeinsamer Sektempfang vorgesehen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich im Anschluss in einem privaten Rahmen segnen oder trauen zu lassen.

Für eine Segnung der Partnerschaft sind keine besonderen Voraussetzungen zu erfüllen. Eine kirchliche Trauung setzt dagegen voraus, dass das Paar bereits standesamtlich verheiratet ist und mindestens einer der Ehepartner der evangelischen Kirche angehört. Zur Trauung müssen die standesamtliche Eheurkunde sowie gültige Ausweisdokumente vorgelegt werden. Die Teilnahme an der Aktion ist kostenfrei.

Der Termin wurde bewusst auf den 26. Juni gelegt, da das Datum bundesweit als beliebter Hochzeitstag gilt. Die Veranstalter rechnen mit großem Interesse.

Der Rückgang der Eheschließungen in Wuppertal zeigt sich bereits seit mehreren Jahren. Vor Beginn der Corona-Pandemie hatten im Jahr 2019 noch 1659 Paare geheiratet. Während der Pandemie sank die Zahl deutlich auf 1368 Eheschließungen im Jahr 2020. Nach einem leichten Anstieg auf 1420 Trauungen im Jahr 2021 wurden 2022 nochmals 1601 Ehen geschlossen. Seitdem nimmt die Zahl erneut ab. Ähnliche Entwicklungen werden auch in zahlreichen anderen Städten und Kreisen Nordrhein-Westfalens registriert.

Vor der Jahrtausendwende wurden in Wuppertal regelmäßig mehr als 2000 Eheschließungen pro Jahr verzeichnet.

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