Großflächige Gerüstplane verdeckt die Baustelle am Johannisberg – 50.000 Euro für die temporäre Fassadengestaltung
Die Südfassade der Historischen Stadthalle Wuppertal wird während der laufenden Sanierungsarbeiten durch eine großformatige Abbildung des Gebäudes ersetzt. Ab Montag, 2. November, soll eine bedruckte Spezialplane das Baugerüst am Johannisberg verkleiden. Mit einer Fläche von 1.400 Quadratmetern zeigt sie das historische Erscheinungsbild des Konzerthauses und hält dessen Architektur auch während der Bauphase sichtbar.
Die Plane wiegt rund 490 Kilogramm und besteht aus einem hellen, strapazierfähigen Netzgewebe. Die Geschäftsführung der Historischen Stadthalle Wuppertal GmbH sieht in der Gestaltung eine Möglichkeit, das Gebäude trotz der umfangreichen Arbeiten auch optisch präsent zu halten.
Spezialkonstruktion berücksichtigt Windlasten
Für die Befestigung der Plane wurde zunächst ein zusätzlicher Rahmen aus Gerüstrohren montiert. Bei der Planung mussten insbesondere die statischen Belastungen durch das Eigengewicht der Konstruktion und mögliche Windkräfte berücksichtigt werden. Nach Angaben des städtischen Gebäudemanagements war es erforderlich, diese Einwirkungen bereits bei der Berechnung des Baugerüsts einzubeziehen.
Das verwendete Material verfügt über Millionen kleiner Öffnungen, durch die der Wind hindurchströmen kann. Dadurch werden die auf die Gerüstkonstruktion wirkenden Kräfte reduziert. Die Verkleidung setzt sich aus mehreren Elementen zusammen, die an die unterschiedlichen Tiefen des Gerüsts angepasst sind. Im Bereich der Lastenaufzüge bleiben zusätzliche Aussparungen frei, damit die Zugänge zur Baustelle weiterhin genutzt werden können.
Beleuchtung setzt Fassadenmotiv in Szene
Damit die Abbildung auch bei Dunkelheit zur Geltung kommt, werden 20 LED-Strahler installiert. Die künstliche Fassade bleibt so während der Sanierung sichtbar, bis die Arbeiten am Originalgebäude abgeschlossen sind und die historische Außenansicht wieder vollständig freigelegt werden kann.
Für die Herstellung und Montage der Plane sind rund 50.000 Euro vorgesehen. Die Kosten sind Bestandteil des Gesamtprojekts zur Sanierung der Südfassade, dessen Umfang der Rat der Stadt Wuppertal im Dezember 2025 mit rund 13,5 Millionen Euro beschlossen hatte. Im Zuge der weiteren Projektplanung werden die veranschlagten Gesamtkosten fortgeschrieben.
Für die Dach- und Fassadensanierung erhält die Stadt eine Förderung in Höhe von 2,6 Millionen Euro durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Mittel werden auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages bereitgestellt.
Historische Stadthalle Wuppertal erhält Fassadenabbild während der Sanierung
Kichern/CCA