Wuppertal. Trotz anhaltenden Regens ist die Bundesstraße 7 am Sonntag zur Tanzfläche geworden. Hunderte Menschen aus Wuppertal und anderen Städten Nordrhein-Westfalens beteiligten sich an der „Nelken Line“ nach einer Choreografie von Pina Bausch. Die Aktion ist Teil eines internationalen Tanzprojekts, an dem Menschen unabhängig von tänzerischer Erfahrung teilnehmen können.
Vorbereitung in 16 Gruppen
Bereits vor dem Auftritt auf der Straße hatten sich die Teilnehmer in 16 Gruppen auf das gemeinsame Tanzen vorbereitet. In Turnhallen und Proberäumen in verschiedenen Teilen Wuppertals studierten sie die Bewegungen für die vier Jahreszeiten ein. Mitglieder des Pina Bausch Ensembles übernahmen dabei die Anleitung.
Die „Nelken Line“ gehört zu den bekanntesten Choreografien der 2009 verstorbenen Choreografin. Die Bewegungsfolge arbeitet mit einfachen Gesten und wiederkehrenden Abläufen, die Frühling, Sommer, Herbst und Winter darstellen. Dadurch lässt sich die Choreografie auch von Menschen ohne professionelle Tanzerfahrung aufführen.
Tanz auf der gesperrten B7
Für die Veranstaltung wurde eine Fahrspur der B7 vorübergehend gesperrt. Die zentrale Verkehrsachse Wuppertals konnte nicht vollständig für den Verkehr geschlossen werden. Die Teilnehmer bewegten sich deshalb in einer langen Reihe über den freigegebenen Straßenabschnitt.
Das Wetter stellte dabei eine zusätzliche Herausforderung dar. Bei Temperaturen um 17 Grad setzte während der Veranstaltung teilweise kräftiger Regen ein. Viele Teilnehmer ließen sich davon jedoch nicht abhalten und tanzten in Regenkleidung weiter. Neben Wuppertalern waren auch Menschen aus anderen Städten wie Bonn und Münster angereist.
Für einige Teilnehmer stand neben dem gemeinsamen Tanzerlebnis auch die Unterstützung des geplanten Pina Bausch Zentrums im Vordergrund. Die Aktion sollte Aufmerksamkeit für das kulturelle Projekt in Wuppertal schaffen.
Abschluss am Pina Bausch Zentrum
Am Nachmittag erreichte die Tanzgruppe das Pina Bausch Zentrum. Die Teilnehmer waren zu diesem Zeitpunkt vielfach vollständig durchnässt, setzten die Veranstaltung jedoch bei guter Stimmung fort.
Der ursprünglich vorgesehene große Abschlusstanz musste wegen des Wetters schließlich entfallen. Der Regen hatte sich im Verlauf der Veranstaltung weiter verstärkt. Die Teilnehmer hatten die „Nelken Line“ dennoch wie geplant auf der B7 getanzt.
Die Choreografie kann auch unabhängig von der Veranstaltung erlernt werden. Das Pina Bausch Zentrum und dessen Förderverein stellen dafür unter anderem Videotutorials mit den Bewegungsabläufen zur Verfügung.
Hunderte Menschen tanzen die Nelken Line auf der B7
DanielH/CCA