Machbarkeitsstudie sieht Hochwasserschutzmauer für Beyenburg als beste Lösung vor

Daniel H/CCA



Für den besseren Hochwasserschutz im Wuppertaler Ortsteil Beyenburg liegt eine umfassende Machbarkeitsstudie vor. Im Auftrag der Stadt Wuppertal untersuchte der Wupperverband gemeinsam mit Fachplanern verschiedene Möglichkeiten, um die Folgen künftiger Hochwasserereignisse zu begrenzen. Die Ergebnisse wurden inzwischen der Bezirksvertretung Langerfeld-Beyenburg, dem zuständigen Umweltausschuss sowie bei einer Bürgerinformationsveranstaltung vorgestellt.

Seit Beginn der Untersuchungen im November 2022 wurden neben den ursprünglichen Planungszielen auch zusätzliche Anregungen und Fragestellungen berücksichtigt. Insgesamt analysierten die Fachleute fünf Varianten für den Bau einer Hochwasserschutzmauer sowie zwei mögliche Trassen für einen Hochwasserentlastungsstollen. Hinweise aus der Bürgerschaft flossen ebenfalls in die Bewertung ein.

Als technisch und wirtschaftlich sinnvollste Lösung empfiehlt die Studie eine Hochwasserschutzmauer mit unterschiedlich hohen Abschnitten entlang der Wupper. Die Anlage soll den Ortsteil bei einem Abfluss von bis zu 130 Kubikmetern Wasser pro Sekunde schützen. Damit würde sie deutlich über dem Bemessungswert eines hundertjährlichen Hochwassers liegen, der in Beyenburg bei 106 Kubikmetern pro Sekunde erreicht wird.

Die geplanten Mauerhöhen variieren je nach Streckenabschnitt. Zwischen der Stauanlage und der Brücke Schemm sind Bauhöhen von bis zu 39 Zentimetern vorgesehen. Im Bereich der Terrassen an der Beyenburger Furt sollen die Mauern bis zu 50 Zentimeter hoch werden. Am Schützenplatz ist eine Höhe von maximal 34 Zentimetern geplant, während im Bereich Bilstein eine Mauerhöhe von bis zu 97 Zentimetern erforderlich wäre.

Nach Einschätzung der Gutachter erfüllt diese Variante mehrere entscheidende Anforderungen. Sie schützt Beyenburg vor deutlich größeren Hochwasserereignissen, ohne die Hochwassersituation flussabwärts zu verschärfen. Zudem gelten die Chancen auf eine Förderung durch das Land nach derzeitigem Stand als hoch.

Ein weiterer Vorteil betrifft die Steuerung der oberhalb gelegenen Wupper-Talsperre. Durch den verbesserten Schutz könnte im Bedarfsfall mehr Wasser vorab abgegeben werden, um zusätzlichen Stauraum für bevorstehende Niederschläge zu schaffen. Künftig wären Abgaben von bis zu 70 Kubikmetern pro Sekunde möglich, während derzeit maximal 50 Kubikmeter pro Sekunde erfolgen können, ohne Überflutungen in Beyenburg auszulösen. Davon würden auch weitere Bereiche des Wuppertaler Stadtgebiets profitieren.

Bei der Planung wurden neben dem Hochwasserschutz auch städtebauliche und funktionale Aspekte berücksichtigt. Die vorgesehenen Mauerhöhen sollen den Blick auf die Wupper weitgehend erhalten. Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit bestehen, die Schutzanlagen bei künftigem Bedarf zu erhöhen. Auch die Nutzung des Schützenplatzes, unter anderem für Veranstaltungen wie die Kirmes, soll erhalten bleiben. Im Hochwasserfall kann die Fläche weiterhin als Logistikstandort für Einsatzkräfte genutzt werden. Zudem kommt die Vorzugsvariante mit vergleichsweise wenigen Toren und Durchlässen aus, was den späteren Betrieb und die Unterhaltung erleichtert.

Als nächster Schritt soll geprüft werden, ob für das Projekt Fördermittel des Landes bereitgestellt werden können. Anschließend ist ein politischer Beschluss über die Umsetzung erforderlich. Da Planungs- und Genehmigungsverfahren bei Infrastrukturprojekten dieser Größenordnung mehrere Jahre in Anspruch nehmen, setzen Stadt und Wupperverband auf eine Beschleunigung durch den Landespakt für Hochwasserschutz sowie den Regionalpakt Wupper.

Unabhängig von den geplanten Schutzmaßnahmen wurden seit der Flutkatastrophe 2021 bereits zahlreiche Verbesserungen umgesetzt. Dazu zählen ein optimiertes Hochwassermeldewesen zwischen Wupperverband und Stadt, festgelegte Meldegrenzen für besonders gefährdete Bereiche, direkte Kommunikationswege im Einsatzfall sowie ein Videokanal für den hydrologischen Bereitschaftsdienst. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch Sirenenwarnungen der Feuerwehr, ein erweitertes Informationsangebot über das Hochwasserportal des Wupperverbandes mit einer eigenen Seite für Beyenburg sowie eine angepasste Steuerung der Wupper-Talsperre. Dazu gehören zusätzliche Rückhalteräume für sommerliche Starkniederschläge und eine situationsabhängige Vorabgabe von Wasser.

Trotz der geplanten Schutzmaßnahmen weist die Stadt darauf hin, dass technische Anlagen keinen vollständigen Schutz vor Flusshochwasser oder Starkregen bieten können. Deshalb bleibt auch die Eigenvorsorge von Grundstückseigentümern ein wichtiger Bestandteil des Hochwasserschutzes.

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