Wuppertal. Ein Kurzschluss in der Stromversorgung hat am späten Dienstagabend eine Schwebebahn in Wuppertal zum Stillstand gebracht. 24 Fahrgäste saßen daraufhin in dem Fahrzeug fest und mussten von der Feuerwehr über eine Drehleiter gerettet werden. Verletzt wurde niemand. Nach der Behebung des technischen Defekts konnte der reguläre Betrieb am Mittwochmorgen wieder aufgenommen werden.
Der Vorfall ereignete sich kurz nach 23.30 Uhr in der Nähe der Haltestelle Völklinger Straße. Die in Richtung Vohwinkel fahrende Schwebebahn kam rund fünf Meter hinter der Station im Bereich einer Brücke zum Stehen. Weil die Stromversorgung unterbrochen war, ließ sich das Fahrzeug nicht mit einer anderen Bahn abschleppen.
Die Feuerwehr entschied deshalb, die Fahrgäste über eine Drehleiter aus dem Wagen zu holen. Die Einsatzkräfte konnten die Leiter an der Brücke positionieren und die 24 Menschen auf diesem Weg sicher auf den Boden bringen. Vom Beginn des Stromausfalls bis zum Abschluss der Rettung vergingen nach Angaben der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) etwa 40 Minuten.
Technischer Defekt an der Stromschiene
Die betroffene Schwebebahn befand sich auf ihrer vorletzten Fahrt des Tages. Während das Fahrzeug auf der Strecke zum Stillstand kam, war noch eine weitere Bahn unterwegs. Diese konnte ihre Fahrt jedoch ohne Schwierigkeiten bis zur Station Oberbarmen fortsetzen.
Noch während der Nacht untersuchten Fachkräfte der WSW die Ursache der Störung. Dabei stellte sich heraus, dass ein Kabelfehler einen Kurzschluss im Fahrstromsystem ausgelöst hatte. Eine externe Ursache für den Stromausfall lag nach Angaben des Unternehmens nicht vor. Gegen 4 Uhr morgens war der Defekt behoben, anschließend konnte die liegengebliebene Bahn abgeschleppt werden.
Die WSW bereiteten sich vorsorglich darauf vor, den Verkehr bei Bedarf mit Ersatzbussen aufrechtzuerhalten. Diese Maßnahme wurde letztlich nicht erforderlich. Am Mittwoch um 5.10 Uhr nahm die Schwebebahn ihren regulären Betrieb wieder auf.
Trotz der Herbstferien waren die Fahrzeuge am Mittwochmorgen gut gefüllt. Die WSW verwiesen darauf, dass vergleichbare Ausfälle nur selten vorkämen.
Stromausfälle haben wiederholt Rettungseinsätze ausgelöst
Auch in der Vergangenheit mussten Fahrgäste der Wuppertaler Schwebebahn wegen Stromausfällen aus liegengebliebenen Fahrzeugen befreit werden. Erst am 9. Januar dieses Jahres war eine Bahn vor der Einfahrt in die Station Oberbarmen stehen geblieben. Damals hatte ein Stromausfall im gesamten Gebiet den Betrieb beeinträchtigt.
Das Fahrzeug befand sich bereits teilweise im Stationsbereich. Die Fahrgäste konnten deshalb über die vordere Tür auf den Bahnsteig gelangen. Wegen des Höhenunterschieds und der ungesicherten Ausstiegssituation war jedoch die Unterstützung der Einsatzkräfte erforderlich.
Bei einem großflächigen Stromausfall im April 2024 waren ebenfalls mehrere Schwebebahnen unterwegs. Damals gelang es sämtlichen Fahrzeugen, noch eine Station zu erreichen. Eine Evakuierung durch die Feuerwehr war daher nicht notwendig. Auch im November 2019 konnten die Fahrgäste bei einem vergleichbaren Vorfall an Haltestellen aussteigen.
Anders verlief ein Stromausfall im Jahr 2016. Eine Schwebebahn blieb zwischen den Stationen Vohwinkel und Bruch über einer Straße stehen. Die Fahrgäste mussten zeitweise in großer Höhe ausharren. Weil der Fehler im Umspannwerk Vohwinkel schnell lokalisiert werden konnte, war eine aufwendige Rettung aus dem Fahrzeug nicht erforderlich.
Höhenrettung für Einsätze über der Wupper vorbereitet
Besonders schwerwiegende Folgen hatte ein Vorfall am 18. November 2018. Damals stürzte eine Stromschiene herab und verfehlte nur knapp einen Cabriofahrer. Infolge des Unfalls wurden die Sicherheitsmaßnahmen für die Stromschienen überprüft und angepasst. Die Schwebebahn blieb bis zum 1. August 2019 außer Betrieb.
Für den Fall, dass ein Fahrzeug auf freier Strecke über der Wupper zum Stillstand kommt, müssen die Rettungskräfte einen deutlich größeren Aufwand betreiben. In solchen Situationen kommen speziell ausgebildete Höhenretter zum Einsatz, die Fahrgäste aus den hoch gelegenen Wagen befreien können.
Beim aktuellen Vorfall reichten dagegen zwölf Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und des Rettungsdienstes aus, um die Evakuierung abzuschließen. Sämtliche Fahrgäste konnten unverletzt gerettet werden.
Stromausfall legt Schwebebahn in Wuppertal lahm – Feuerwehr rettet 24 Fahrgäste
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