Wenn am Mittag die Schulglocke an der Rudolfstraße oder der Eichenstraße ertönt, führt der Weg vieler Kinder direkt in das evangelische Gemeindehaus an der Martin-Luther-Straße 13. Dort erwartet sie der Unterbarmer Kinderteller – ein Ort, an dem täglich Zuwendung, ein frisch zubereitetes Mittagessen und Unterstützung bei den Hausaufgaben angeboten werden.
Derzeit können 18 Kinder betreut werden, obwohl der Bedarf deutlich höher ist. Grund für die Begrenzung ist der Mangel an ehrenamtlichen Kräften. Bis zu den Sommerferien war eine Betreuung von 25 Kindern möglich, doch durch räumliche Veränderungen im Gemeindehaus mussten die Verantwortlichen das Angebot verkleinern.
Die Kinder, im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren, stammen überwiegend aus dem Stadtteil. Viele von ihnen haben keinen Platz in einer Offenen Ganztagsschule erhalten und finden im Kinderteller eine wichtige Anlaufstelle. Für die Familien entstehen keine Kosten – die Mahlzeiten und Materialien werden vollständig durch Spenden finanziert.
Geöffnet ist der Unterbarmer Kinderteller an drei Tagen in der Woche: dienstags und mittwochs von 12 bis 16 Uhr sowie donnerstags bis 15.30 Uhr. Nach dem Mittagessen, das täglich frisch gekocht wird, folgt die Hausaufgabenbetreuung. Anschließend bleibt Zeit für Freizeitaktivitäten wie Malen, Basteln oder gemeinsames Spielen. Der Tag endet stets mit einem kurzen Abschlusskreis.
Die Organisation stützt sich auf rund 30 ehrenamtliche Helfer, doch viele von ihnen können nur einmal wöchentlich mitwirken. Krankheit und Urlaub führen zusätzlich zu Ausfällen, sodass die tatsächliche Unterstützung oft geringer ist. Insbesondere an Dienstagen und Donnerstagen fehlen verlässlich verfügbare Helfer.
Eine besondere Herausforderung stellt die Sprachförderung dar. Viele der Kinder wachsen mehrsprachig auf, weshalb regelmäßiges Lesen ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit sein sollte. Aufgrund der begrenzten Zeit und der personellen Engpässe kann dieses Ziel jedoch nicht immer umgesetzt werden.
Auf der Warteliste stehen derzeit etwa zehn weitere Kinder. Teilweise müssen sie bis zu einem Jahr warten, bis ein Platz frei wird. Die pädagogische Leitung betont, dass zusätzliche Ehrenamtliche dringend erforderlich sind, um das Angebot ausweiten und die Kinder individuell fördern zu können.
Wer sich engagieren möchte, kann sich direkt beim Unterbarmer Kinderteller melden. Voraussetzung für eine Mitarbeit ist lediglich die Vorlage eines aktuellen polizeilichen Führungszeugnisses.
Der Unterbarmer Kinderteller bleibt ein wichtiger Bestandteil des Stadtteils – ein Ort, an dem aus Engagement, Gemeinschaft und Fürsorge täglich gelebte Hilfe entsteht.
Unterbarmer Kinderteller in Wuppertal: Engagierte Hilfe am LimitEhrenamtliches Angebot stößt an Kapazitätsgrenzen – Helfer dringend gesucht
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