Verein Wuppertrail steht vor der Auflösung – Draisinen verkauft

Wtotal/CCA


Nach mehr als zwei Jahren ohne Fahrbetrieb gibt der Verein Wuppertrail seine Aktivitäten auf. Die elf Fahrraddraisinen und weitere Ausrüstung wurden an den Streckeneigentümer Wupperschiene verkauft. Eine Wiederaufnahme des Freizeitangebots ist bislang nicht möglich.

Radevormwald. Der Verein Wuppertrail wird Ende November aufgelöst. Nach längeren Bemühungen um eine Wiederaufnahme des Draisinenverkehrs auf der Wuppertalbahn hat der Vorstand die Entscheidung zur Abwicklung getroffen. Ausschlaggebend ist eine Vorgabe des nordrhein-westfälischen Verkehrsministeriums, die den Betrieb von Fahrraddraisinen auf der Strecke untersagt.

Zum Vereinsvermögen gehörten elf Fahrraddraisinen, eine Werkstatt sowie weitere Ausstattungsgegenstände. Diese hat Wuppertrail zu einem vergünstigten Preis an den Streckeneigentümer, den Verein Bergische Bahnen/Wupperschiene, veräußert. Ob künftig dennoch Draisinenfahrten angeboten werden, liegt nach Angaben des scheidenden Vorstands außerhalb des eigenen Zuständigkeitsbereichs.

Verbot verhindert Neustart des Freizeitbetriebs

Die letzten Draisinenfahrten fanden 2023 statt. Seit 2024 organisiert Wupperschiene auf dem Abschnitt zwischen Beyenburg und Wuppertal Sonderfahrten mit der Eisenbahn. Perspektivisch soll auch der Haltepunkt Remlingrade wieder in den Betrieb eingebunden werden.

Voraussetzung für die Genehmigung des Zugverkehrs durch das Land war jedoch die Verpflichtung der Betreibergesellschaft Wuppertalbahn gGmbH, auf der Strecke keine Draisinenfahrten zuzulassen. Damit entfiel die Grundlage für eine Fortsetzung des Angebots von Wuppertrail.

Noch im August hatte Ulrich Grotstollen von Wupperschiene versucht, gemeinsam mit den Stadtverwaltungen in Wuppertal und Radevormwald sowie dem Wuppertaler SPD-Landtagsabgeordneten Helge Lindh eine Lösung zu erreichen. Durch Gespräche mit den zuständigen Stellen sollte eine Änderung der bestehenden Vorgaben ermöglicht werden. Die Bemühungen blieben ohne Erfolg.

Mehr als 55.000 Gäste seit dem Start

Wuppertrail wurde 2005 gegründet. Zu den Initiatoren gehörten Rainer Oetting, der damalige Betriebsleiter der Jugendherberge, und seine Lebensgefährtin Heike Krebs. Gemeinsam mit weiteren Draisinenbegeisterten entwickelten sie das Freizeitangebot für die Region.

Mit finanzieller Unterstützung der Stadtsparkasse Wuppertal und der Bergischen Entwicklungsagentur begann der reguläre Betrieb im Jahr 2009. In den folgenden Jahren nutzten rund 55.000 Gäste aus Deutschland und dem Ausland die Möglichkeit, die Strecke mit Fahrraddraisinen zu erkunden.

Mit der für Ende November vorgesehenen Auflösung endet die Vereinsgeschichte. Sollte nach Abschluss des Abwicklungsverfahrens noch Vereinsvermögen vorhanden sein, fällt dieses gemäß Satzung an die Stadt Radevormwald.

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