Wuppertal setzt ab Freitag, 28. August 2026, mit einer neuen Plakatkampagne ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Unter dem Titel „Vor!Sicht – Achte auf Dich und Deine Grenzen!“ informieren die FrauenBeratung Wuppertal und der Verein Frauen helfen Frauen über Warnzeichen, die einer gewalttätigen Beziehung häufig vorausgehen.
Die Motive werden zwei Wochen lang an Schwebebahnhöfen, Litfaßsäulen und Stromkästen im gesamten Stadtgebiet zu sehen sein. Im Mittelpunkt steht die Aufforderung, die eigenen Grenzen und das persönliche Empfinden ernst zu nehmen und bei belastenden Situationen frühzeitig Unterstützung zu suchen.
Gewalt kann schleichend beginnen
Die Kampagne lenkt den Blick darauf, dass Gewalt nicht zwangsläufig mit einem unmittelbar erkennbaren Übergriff beginnt. Häufig entwickeln sich problematische Verhaltensweisen schrittweise. Dazu zählen etwa die Kontrolle von Kontakten, Einschränkungen und Vorschriften, Abwertungen, ausgeprägte Eifersucht oder Besitzansprüche. Auch wiederholte Grenzverletzungen, Drohungen, Einschüchterungen, digitale Überwachung und sexualisierte Übergriffe können Anzeichen einer Gewaltbeziehung sein.
Viele Frauen nehmen nach Angaben der Beratungsstellen bereits früh wahr, dass sich eine Beziehung verändert oder etwas nicht stimmt. Dennoch sei es oft schwierig, die eigenen Erfahrungen einzuordnen und als problematisch zu erkennen. Die Kampagne soll deshalb dazu beitragen, der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen. Hilfe müsse nicht erst dann gesucht werden, wenn eine Situation eskaliert.
Auch das Umfeld kann Unterstützung bieten
Das Angebot richtet sich nicht ausschließlich an Frauen, die selbst Gewalt oder Grenzüberschreitungen erleben. Auch Freunde, Angehörige und andere Menschen aus dem persönlichen Umfeld können eine wichtige Rolle spielen. Sie können Veränderungen aufmerksam wahrnehmen, zuhören, die Betroffenen ernst nehmen und gemeinsam nach geeigneten Hilfsangeboten suchen.
Dabei weisen die beteiligten Einrichtungen ausdrücklich darauf hin, dass die Verantwortung für Gewalt immer bei der Person liegt, die sie ausübt. Für Betroffene kann es insbesondere in einer von Gewalt geprägten Beziehung schwierig oder sogar gefährlich sein, eigene Grenzen zu setzen oder sich unmittelbar zu schützen. Umso wichtiger seien eine individuell passende Beratung und eine klare gesellschaftliche Haltung gegen geschlechtsspezifische Gewalt.
Beratung und Unterstützung bieten die FrauenBeratung Wuppertal am Laurentiusplatz sowie Frauen helfen Frauen mit Frauenhaus und Fachberatungsstelle. Die Angebote richten sich an Frauen, die Gewalt, Grenzverletzungen oder belastende Situationen in einer Beziehung erleben.
„Vor!Sicht“: Kampagne sensibilisiert für Grenzüberschreitungen und Kontrolle
Daniel H/CCA