Wuppertal – Der Regionalligist Wuppertaler SV musste sich zum Auftakt der neuen Saison dem Bundesligaabsteiger VfL Bochum deutlich geschlagen geben. Vor 3877 Zuschauerinnen und Zuschauern im Stadion am Zoo unterlag der WSV mit 0:5 (0:1). Eine Rote Karte für Abwehrspieler Aldin Dervisevic in der 59. Minute verschärfte die bereits schwierige Ausgangslage für das Team von Trainer Sebastian Tyrala zusätzlich.
Frühe Kontrolle durch den Favoriten
Zu Beginn der Partie präsentierte sich der WSV engagiert und setzte erste Akzente. In der Startelf stand Neuzugang Amin Bouzraa, der erst am Vortag verpflichtet worden war. Doch bereits nach wenigen Minuten übernahm der VfL Bochum die Kontrolle und dominierte das Spielgeschehen. Mit hohem Ballbesitzanteil und präzisem Kombinationsspiel setzten die Gäste den WSV zunehmend unter Druck.
In der 12. Minute verhinderte WSV-Torhüter Michael Luyambula mit einer starken Fußabwehr den frühen Rückstand nach einem abgefälschten Schuss von Kjell Wätjen. Der VfL nutzte die widrigen Wetterbedingungen – anhaltender Regen hatte den Rasen tief gemacht – besser aus und agierte überlegen.
Bochum nutzt Fehler eiskalt
Nach einem Ballverlust im Spielaufbau des WSV erzielte Ibrahim Sissoko in der 20. Minute mit einem platzierten Schuss aus der Distanz das 1:0 für die Gäste. Wuppertal fand kaum Entlastung und hatte Mühe, zu einem strukturierten Spielaufbau zu finden. Erst nach einer halben Stunde konnte das Heimteam seine erste Ecke verzeichnen. Zwei aussichtsreiche Gelegenheiten vor der Pause durch Vincent Schaub und einen Freistoß von Arambasic wurden jedoch nicht verwertet.
Spielentscheidung fällt früh in Hälfte zwei
Trainer Tyrala wechselte zur Pause viermal, doch auch die frischen Kräfte konnten dem Spiel keine entscheidende Wendung geben. Bochum erhöhte in der 48. Minute durch Moritz Broschinski, der nach einem Ballgewinn auf dem Flügel in die Mitte zog und überlegt abschloss. Nur zwei Minuten später traf Mathis Clairicia nach einem Konter zum 3:0. Der Klassenunterschied wurde in dieser Phase besonders deutlich.
In der 59. Minute kam es zur spielentscheidenden Szene: Abwehrspieler Aldin Dervisevic wurde nach einem Zweikampf an der Strafraumgrenze mit der Roten Karte des Feldes verwiesen. Schiedsrichter Jonah Besong bewertete die Aktion als Notbremse – eine Entscheidung, die sowohl beim WSV als auch bei Teilen des Bochumer Teams auf Unverständnis stieß. In Unterzahl gelang es dem WSV kaum noch, sich aus der eigenen Hälfte zu befreien.
Bochum nutzt numerische Überlegenheit
Die Gäste hielten das Tempo auch mit veränderter Formation hoch. In der 74. Minute erhöhte Broschinski auf 4:0. Den Schlusspunkt setzte er per Foulelfmeter in der 89. Minute nach einem Vergehen von Sekkaki an Grimaldi. Bochum agierte über weite Strecken souverän und präsentierte sich mit hoher Lauf- und Passqualität.
WSV vor Standortbestimmung
Der Wuppertaler SV zeigte phasenweise engagierten Einsatz, war dem Favoriten jedoch klar unterlegen. In den kommenden Testspielen wird das Trainerteam die Möglichkeit haben, den neu formierten Kader unter wettbewerbsnäheren Bedingungen weiterzuentwickeln.
Aufstellungen:
WSV: Luyambula (62. Adamidis) – Bouzraa (70. Kovarszki), Dervisevic, Rebronja (76. Sekkaki), Müller (62. Wagemann) – Aydogan (62. Bielitza), Arambasic (46. Weber), Schaub (46. Saric), Atmaca (70. Mertsch), Kamo (46. Arabaci) – Kleiner (46. Fehr)
VfL Bochum (1. HZ): Horn – Koscierski, Strompf, Loosli, Wittek – Wätjen, Panneberg – Jashari, Kwarteng, Bamba – Sissoko
2. HZ: Rölleke – Passlack, Morgalia, Masovic, Kleine-Bekel – Lenz, Onyeka (80. Grimaldi), Rösch, Matus, Clairicia – Broschinski
Tore:
0:1 Sissoko (20.)
0:2 Broschinski (48.)
0:3 Clairicia (50.)
0:4 Broschinski (74.)
0:5 Broschinski (89., Foulelfmeter)
Besondere Vorkommnisse:
Rote Karte: Dervisevic (59., Notbremse)
Gelbe Karten: Aydogan – Strompf, Wätjen
Zuschauer: 3877
Schiedsrichter: Jonah Besong
WSV deutlich unterlegen – 0:5 gegen VfL Bochum im Saisonauftakt
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