Wuppertal positioniert sich als internationales Zentrum für Kreislaufwirtschaft

Daniel H/CCA



Wuppertal verfolgt das Ziel, sich weltweit als führender Standort für nachhaltige Wirtschaftsformen zu etablieren. Was das Silicon Valley für die Technologiebranche bedeutet, soll die Stadt im Bergischen Land für die Circular Economy werden.

Netzwerk für nachhaltige Wertschöpfung wächst

Die Kreislaufwirtschaft setzt auf langlebige Produkte, die Wiederverwendung von Materialien sowie die Reduzierung von Abfällen aus industriellen Prozessen. Um diese Ansätze voranzutreiben, wurde in Wuppertal im Jahr 2021 die Circular Valley Stiftung gegründet. Sie hat seither ein weitreichendes Netzwerk aus Unternehmen, politischen Entscheidungsträgern und wissenschaftlichen Einrichtungen aufgebaut. In der Stadthalle findet heute eine internationale Konferenz statt, bei der Projekte vorgestellt und neue Kooperationen angestoßen werden.

Beispiel aus der Industrie: Wiederverwertung statt Entsorgung

Ein Beispiel dafür, wie nachhaltige Produktionsprozesse in der Praxis aussehen können, liefert das traditionsreiche Werkzeugunternehmen Stahlwille aus Wuppertal-Cronenberg. Das Unternehmen ist weltweit für seine elektronischen Drehmomentschlüssel bekannt. Diese Produkte werden nicht nur vor Ort gefertigt, sondern auch instand gesetzt – ein bewusster Beitrag zur Ressourcenschonung.
Die Unternehmensführung betont, dass Reparaturen ein zentraler Bestandteil der Firmenphilosophie seien. Qualitätswerkzeuge sollten lange genutzt und nicht vorschnell entsorgt werden. Darüber hinaus möchte das Unternehmen künftig stärker darauf setzen, Materialreste aus der eigenen Herstellung weiterzuverwerten. Ein konkretes Beispiel sind Schleifsteine, die sich während des Gebrauchs abnutzen und bislang kostenintensiv entsorgt werden müssen. Würde ein Partnerbetrieb diese weiterverarbeiten oder anderweitig nutzen, ließe sich ein geschlossener Materialkreislauf realisieren.

Konferenz mit internationalen Impulsen

Beim heutigen Circular Valley Forum steht die Vernetzung von Unternehmen im Mittelpunkt. Ziel ist es, Akteure zusammenzubringen, die voneinander profitieren und gleichzeitig nachhaltige Wirtschaftsmodelle entwickeln können. Internationale Startups stellen dort neue Konzepte vor, die aufzeigen sollen, wie Kreislaufprozesse in verschiedenen Branchen umgesetzt werden können.

Region mit außergewöhnlicher Dichte an Marktführern

Die Initiatoren der Circular Valley Bewegung sehen Wuppertal aus strukturellen Gründen als idealen Standort. In kaum einer anderen Region weltweit sei die Konzentration von marktführenden Industrieunternehmen so hoch wie hier. Nach ihrer Einschätzung bietet dies hervorragende Voraussetzungen, um von Wuppertal aus innovative und ressourcenschonende Wirtschaftsmodelle zu entwickeln und international zu etablieren.

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