Wuppertal will sein Stadtmarketing neu ausrichten

Daniel H/CCA



Die Stadt Wuppertal will ihre Außendarstellung grundlegend weiterentwickeln und ihr Profil als Wirtschafts-, Kultur- und Lebensstandort schärfen. Oberbürgermeisterin Miriam Scherff hat dazu einen strategischen Prozess angestoßen, der das bestehende Stadtmarketing analysieren und neu ausrichten soll.

Im Mittelpunkt steht zunächst eine umfassende Stärken-Schwächen-Analyse. Darauf aufbauend sollen die verschiedenen Zielgruppen klarer definiert werden. Neben Touristen und Investoren rücken dabei auch die Einwohner in den Fokus, da sie als wichtige Botschafter der Stadt wahrgenommen werden.

Diskussion über das Profil der Stadt

Auslöser der Debatte sind unter anderem Stimmen aus der Wirtschaft, die eine stärkere Betonung zukunftsorientierter Themen fordern. Kritiker sehen die Außendarstellung Wuppertals bislang zu stark auf die Schwebebahn konzentriert. Zwar genieße das Wahrzeichen weltweit einen hohen Bekanntheitsgrad, zugleich bestehe die Gefahr, dass die Stadt auf ein historisches Symbol reduziert werde.

Insbesondere Vertreter der regionalen Innovations- und Start-up-Szene plädieren dafür, Wuppertal stärker als Standort für Zukunftstechnologien und unternehmerische Entwicklung zu präsentieren. Die Stadt verfüge über ein Umfeld, das Innovationen begünstige und jungen Unternehmen attraktive Rahmenbedingungen biete. Dieses Potenzial müsse nach außen sichtbarer werden.

Breites Angebot soll stärker hervorgehoben werden

Die Stadtverwaltung weist den Vorwurf einer einseitigen Vermarktung zurück. Zwar nehme die Schwebebahn im touristischen Marketing naturgemäß eine zentrale Rolle ein, das Standortmarketing umfasse jedoch deutlich mehr Facetten.

Neben wirtschaftlichen Zukunftsthemen wie der Circular-Valley-Initiative seien auch kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungen fester Bestandteil der Außendarstellung. Dazu zählen unter anderem das Tanztheater, die Museen, der Skulpturenpark sowie die freie Kulturszene. Darüber hinaus werde Wuppertal als grüne Großstadt mit dem Grünen Zoo, den Radtrassen, der bergischen Landschaft und vielfältigen Sport- und Freizeitangeboten beworben.

Nach Auffassung der Stadt liegt die besondere Stärke Wuppertals in der Kombination dieser unterschiedlichen Merkmale. Diese Vielfalt soll künftig noch stärker in den Mittelpunkt der Kommunikation rücken.

Bessere Abstimmung der Marketingakteure geplant

Ein weiterer Schwerpunkt der Neuausrichtung ist die engere Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen, die an der Vermarktung der Stadt beteiligt sind. Dazu gehören unter anderem die Wirtschaftsförderung und Wuppertal Marketing. Durch eine stärkere Vernetzung sollen die unterschiedlichen Perspektiven und Kompetenzen besser gebündelt werden.

Dabei wird zwischen touristischem Marketing und der Ansprache von Unternehmen, Investoren sowie Start-ups unterschieden. Während die Schwebebahn und der Zoo weiterhin wichtige Anziehungspunkte für Besucher bleiben, soll das Standortmarketing die wirtschaftlichen Stärken der Stadt deutlicher herausstellen.

Schwebebahn als Zugang zur Stadt

Nach Einschätzung von Wuppertal Marketing bleibt die Schwebebahn ein wichtiges Instrument, um Aufmerksamkeit für die Stadt zu erzeugen. Gleichzeitig soll sie als Ausgangspunkt dienen, um Besuchern weitere Facetten Wuppertals näherzubringen.

Ein Beispiel dafür ist ein spezieller Stadtführer entlang der Schwebebahnstrecke. Er verbindet die einzelnen Stationen mit Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Bildungseinrichtungen und kulturellen Angeboten. Ziel ist es, die Wahrnehmung der Stadt über ihr bekanntestes Wahrzeichen hinaus zu erweitern und das Interesse an weiteren Standorten zu wecken.

Attraktivität für Unternehmen weiter ausbauen

Auch aus Sicht der Industrie- und Handelskammer verfügt Wuppertal über ein starkes Profil. Die Verbindung von industrieller Tradition, innovativen Entwicklungen und hoher Lebensqualität wird als wesentlicher Standortvorteil betrachtet.

Gleichzeitig wird darauf verwiesen, dass die Stadt ihre Attraktivität für Unternehmen, Führungskräfte und qualifizierte Fachkräfte weiter steigern könne. Insbesondere im Wettbewerb um Investitionen und Talente seien zusätzliche Anstrengungen erforderlich, um die vorhandenen Stärken noch sichtbarer zu machen.

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