Bei einem Kontrollflug über landwirtschaftliche Flächen hat die Jägerschaft Dönberg 4 eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht. Mithilfe einer Drohne stießen die Helfer auf eine Wildschweinbache mit fünf Frischlingen, die sich in hohem Gras aufhielt.
Die Drohnenflüge dienen normalerweise dazu, vor Mäharbeiten versteckte Rehe und Kitze aufzuspüren und so vor Verletzungen durch landwirtschaftliche Maschinen zu schützen. Bei der aktuellen Kontrolle geriet jedoch eine Wildschweinfamilie in das Sichtfeld der Wärmebildkamera.
Die Tiere hielten sich auf einer Fläche auf, die in Kürze gemulcht werden sollte. Durch die Geräusche der Drohne wurden die Wildschweine aufgeschreckt und verließen das Gelände. Nach Angaben der Jägerschaft befand sich der Liegeplatz nur wenige Meter von einem stark genutzten Fußweg entfernt.
Vorsicht bei freilaufenden Hunden
Grundsätzlich gelten Wildschweine als scheue Tiere, die vor allem während der Nacht aktiv sind und den Kontakt zu Menschen meiden. Gefährlich kann es jedoch werden, wenn die Tiere plötzlich aufgeschreckt werden. Besonders Bachen reagieren empfindlich, wenn sie ihre Frischlinge bedroht sehen.
Die Jägerschaft weist deshalb darauf hin, Hunde in entsprechenden Bereichen anzuleinen. Freilaufende Hunde können Wildschweine aufscheuchen und dadurch Abwehrreaktionen auslösen. Insbesondere Muttertiere verteidigen ihren Nachwuchs konsequent und können angreifende Hunde schwer verletzen.
Deutlich wachsender Wildschweinbestand
Die Entdeckung passt zu einer Entwicklung, die sich seit einiger Zeit im Wuppertaler Stadtgebiet abzeichnet. Die Zahl der Wildschweine nimmt spürbar zu.
Nach Angaben der Unteren Jagdbehörde wurden im Jagdjahr 2025/26 insgesamt 194 Wildschweine erfasst, die entweder erlegt wurden oder durch Verkehrsunfälle, Krankheiten beziehungsweise andere Ursachen verendeten. Im vorherigen Jagdjahr lag diese Zahl noch bei 119 Tieren. Die Behörde bewertet diese Entwicklung als deutlichen Anstieg des Bestandes.
Als wesentliche Ursache gilt das derzeit günstige Nahrungsangebot. Gleichzeitig fehlen den Wildschweinen in Deutschland natürliche Feinde, wodurch sich die Population vergleichsweise ungehindert entwickeln kann.
Jagd bleibt anspruchsvoll
Die Regulierung der Bestände gestaltet sich nach Einschätzung der Fachleute schwierig. Wildschweine gelten als anpassungsfähig, intelligent und überwiegend nachtaktiv. Diese Eigenschaften erschweren die Bejagung erheblich und erfordern von den Jägern neben Geduld auch einen hohen technischen Aufwand.
Drohne entdeckt Wildschweinfamilie auf Wuppertaler Wiese
Daniel H/CCA