Das seit rund 75 Jahren in Wuppertal ansässige Unternehmen Fahnen Herold hat ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Der Hersteller von Fahnen, Flaggen und Wimpeln setzt den Geschäftsbetrieb nach eigenen Angaben uneingeschränkt fort und arbeitet bestehende Aufträge weiterhin ab.
Die Entgelte der Beschäftigten sind zunächst über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Auf diese Weise soll der laufende Betrieb stabilisiert und die personellen Strukturen im Unternehmen erhalten bleiben.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Andreas Schoß bestellt. Im Rahmen eines Verfahrens in Eigenverwaltung sollen kurzfristig Maßnahmen zur wirtschaftlichen Neuordnung entwickelt und umgesetzt werden. Ziel ist eine nachhaltige Sanierung des Unternehmens.
Als zentrale Belastungsfaktoren gelten die angespannte Lage in der Automobilindustrie sowie der zunehmende internationale Wettbewerb, insbesondere aus Asien. Die Automobilbranche zählt zu den wichtigsten Kunden des Unternehmens, sodass deren wirtschaftliche Schwäche unmittelbar auf die Auftragslage durchschlägt.
Zugleich hat sich der Preis- und Konkurrenzdruck im Markt für textile Werbemittel deutlich verschärft. Anbieter aus dem Ausland konnten in den vergangenen Jahren ihre Marktposition ausbauen.
Fahnen Herold hatte zuletzt umfangreich in moderne Drucktechnologien investiert, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Unter den veränderten Marktbedingungen reichten diese Maßnahmen jedoch nicht aus, um die wirtschaftliche Stabilität zu sichern. Im weiteren Verfahren stehen die Entwicklung eines Sanierungsplans sowie mögliche Investorenlösungen im Mittelpunkt.
Wuppertaler Traditionsbetrieb Fahnen Herold meldet Insolvenz an
Daniel H/CCA