Zahl der Einkommensmillionäre in NRW steigt – Wuppertal verzeichnet Rückgang

Daniel H/CCA



Landesweiter Zuwachs bei hohen Einkommen

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Einkommensmillionäre im Jahr 2022 erneut gestiegen. Nach Angaben der aktuellen Lohn- und Einkommensteuerstatistik des Landesamtes IT.NRW wurden 8.123 Steuerpflichtige mit einem Jahreseinkommen von mehr als einer Million Euro erfasst. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 252 Personen beziehungsweise 3,2 Prozent.

Damit kamen landesweit 4,5 Einkommensmillionäre auf 10.000 Einwohner. Im Jahr zuvor hatte die Quote noch bei 4,4 gelegen.

Als Einkommensmillionär gilt, wer innerhalb eines Kalenderjahres Einkünfte von mehr als einer Million Euro erzielt. Berücksichtigt werden dabei sämtliche Einkommensarten wie Gehälter, Unternehmensgewinne, Kapitalerträge oder Mieteinnahmen. Maßgeblich ist das Einkommen vor dem Abzug von Sonderausgaben und Freibeträgen. Die Statistik erfasst Einkommen, nicht Vermögen. Zusammen veranlagte Ehepaare werden dabei als ein Steuerpflichtiger gezählt.

Wuppertal entwickelt sich entgegen dem Landestrend

Während die Zahl der Einkommensmillionäre in Nordrhein-Westfalen insgesamt zunahm, verzeichnete Wuppertal einen Rückgang. Die Anzahl sank von 119 auf 114 Personen. Dies entspricht einem Minus von 4,2 Prozent.

Auch die Millionärsdichte ging zurück. Während 2021 noch 3,4 Einkommensmillionäre auf 10.000 Einwohner entfielen, lag der Wert 2022 bei 3,2. Im landesweiten Vergleich verschlechterte sich die Platzierung Wuppertals deutlich. Die Stadt fiel von Rang 217 auf Rang 251 unter den 349 ausgewerteten Kommunen Nordrhein-Westfalens zurück.

Wuppertal im Bergischen Städtedreieck auf dem letzten Platz

Im Vergleich mit den Nachbarstädten schneidet Wuppertal ebenfalls schwächer ab. Sowohl Solingen als auch Remscheid weisen eine höhere Millionärsdichte auf.

Solingen kam 2022 auf 65 Einkommensmillionäre und eine Quote von 3,9 je 10.000 Einwohner. Allerdings verzeichnete die Klingenstadt mit einem Rückgang von 8,5 Prozent einen noch stärkeren Verlust als Wuppertal.

Remscheid entwickelte sich dagegen positiv. Dort stieg die Zahl der Einkommensmillionäre von 37 auf 40 Personen. Mit einer Quote von 3,5 je 10.000 Einwohner liegt die Stadt ebenfalls vor Wuppertal.

In absoluten Zahlen verfügt Wuppertal zwar über die höchste Zahl an Einkommensmillionären im Bergischen Städtedreieck, bezogen auf die Einwohnerzahl jedoch über die geringste Dichte.

Wohlhabende Nachbarkommunen deutlich vor Wuppertal

Besonders deutlich werden die Unterschiede beim Blick auf das unmittelbare Umland. Mehrere Städte in den benachbarten Kreisen Mettmann und Ennepe-Ruhr gehören zu den millionärsstärksten Kommunen Nordrhein-Westfalens.

Herdecke erreichte mit 12,6 Einkommensmillionären je 10.000 Einwohner den zweiten Platz im Landesranking. Auch Haan mit einer Quote von 9,3 sowie Sprockhövel mit 9,1 Millionären je 10.000 Einwohner zählen zu den Spitzenkommunen des Landes. Ratingen, Schwelm und Heiligenhaus liegen ebenfalls deutlich vor Wuppertal.

Die Zahlen bestätigen ein Muster, das sich bereits in früheren Auswertungen gezeigt hat. Besonders einkommensstarke Haushalte konzentrieren sich häufig in den grünen Umlandkommunen großer Städte, während die angrenzenden Oberzentren geringere Millionärsquoten aufweisen.

Vergleich der Großstädte in Nordrhein-Westfalen

Unter den kreisfreien Großstädten Nordrhein-Westfalens befindet sich Wuppertal im unteren Mittelfeld. Die Millionärsquote liegt über den Werten mehrerer Ruhrgebietsstädte, bleibt jedoch deutlich hinter den Spitzenreitern zurück.

Düsseldorf erreicht mit 11,8 Einkommensmillionären je 10.000 Einwohner die höchste Quote aller Großstädte des Landes. Bonn folgt mit 7,7, Köln mit 7,4 und Münster mit 6,4. Auch Städte wie Essen, Krefeld und Mülheim an der Ruhr liegen vor Wuppertal.

Hinter Wuppertal rangieren unter anderem Bochum, Hagen, Duisburg, Gelsenkirchen und Oberhausen. In absoluten Zahlen führt Köln mit 757 Einkommensmillionären vor Düsseldorf mit 723.

Meerbusch bleibt Spitzenreiter in Nordrhein-Westfalen

Die höchste Millionärsdichte Nordrhein-Westfalens verzeichnet erneut Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss. Dort kamen 2022 rund 24,7 Einkommensmillionäre auf 10.000 Einwohner. Rechnerisch erzielte damit etwa jeder 400. Einwohner ein Jahreseinkommen von mehr als einer Million Euro.

Zum Vergleich: In Wuppertal traf dies auf etwa einen von 3.100 Einwohnern zu.

Hinter Meerbusch folgen Herdecke, Ahaus, Wachtberg und Sundern auf den weiteren Spitzenplätzen des Landesrankings.

Aussagekraft der Statistik

Die Steuerstatistik bildet ausschließlich hohe Jahreseinkommen ab. Rückschlüsse auf Vermögensverhältnisse sind daraus nicht unmittelbar möglich. Personen mit erheblichem Immobilien- oder Kapitalvermögen können trotz vergleichsweise niedriger Jahreseinkünfte außerhalb der Statistik bleiben. Umgekehrt können außergewöhnliche Einmaleffekte, etwa Unternehmensverkäufe oder hohe Sondererträge, dazu führen, dass Steuerpflichtige nur vorübergehend als Einkommensmillionäre erfasst werden.

Während solche Einzelfälle insbesondere in kleineren Kommunen zu stärkeren Schwankungen führen können, gelten die Entwicklungen in Städten mit einer höheren Zahl an Einkommensmillionären als aussagekräftiger. Für Wuppertal deutet die Statistik daher auf einen tatsächlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr hin.

Die Daten basieren auf der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2022. Aufgrund der langen steuerlichen Veranlagungsfristen wurden die Ergebnisse erst jetzt veröffentlicht.

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