Zoosäle in Wuppertal: CDU fordert Neustart mit festem Zeitplan

Atamari/CCA


Wuppertal · Die CDU-Ratsfraktion drängt bei der weiteren Entwicklung der historischen Zoosäle auf einen grundlegenden Kurswechsel. Nach Ansicht der Fraktion hat das bisherige Verfahren zu lange gedauert und wesentliche Fragen zu spät mit möglichen Investoren abgeglichen. Nun müsse die Stadt die Rahmenbedingungen überprüfen und die Suche nach einem Investor deutlich aktiver betreiben.

Die seit Jahren ungenutzten Zoosäle stehen vor erheblichen Herausforderungen. Dazu zählen insbesondere die Anforderungen des Denkmalschutzes, die Frage nach dem Eigentumsmodell sowie Erschließung, Stellplätze und mögliche künftige Nutzungen. Nach Einschätzung der CDU hätten einige dieser Faktoren bereits wesentlich früher in die Planung einbezogen werden können.

Kritik am bisherigen Verfahren

Die Fraktion bemängelt vor allem, dass grundlegende Schwierigkeiten offenbar erst im Zuge eines ersten konkreten Gesprächs mit Investoren deutlich geworden seien. Bei einem historischen Gebäude dieser Größenordnung seien die besonderen Anforderungen des Denkmalschutzes absehbar gewesen. Gleiches gelte für die mögliche geringere Attraktivität eines Erbbaurechts gegenüber einem Grundstückseigentum für potenzielle Investoren.

Aus Sicht der CDU hätte die Stadt den Markt deshalb bereits in einer früheren Planungsphase einbinden müssen. Statt zunächst über Jahre Grundlagen zu erarbeiten und anschließend mit weitgehend festgelegten Vorgaben auf die Suche nach Investoren zu gehen, hätte das Verfahren laufend an den tatsächlichen Bedingungen des Marktes ausgerichtet werden können.

Zusätzliche Fragen wirft für die Fraktion auf, dass sich inzwischen mehrere grundsätzlich interessierte Akteure öffentlich zu dem Projekt äußern, obwohl sie nach ihrer Darstellung bislang nicht oder nicht ausreichend in das Verfahren einbezogen worden seien. Die Stadt müsse bei einem derart komplexen Vorhaben eine aktive und professionelle Investorenansprache gewährleisten, anstatt sich im Wesentlichen auf die Veröffentlichung eines Verfahrens zu beschränken.

Rahmenbedingungen sollen überprüft werden

Die bisherigen Erfahrungen sollten nach Auffassung der CDU genutzt werden, um das Verfahren grundlegend zu überarbeiten. Im Mittelpunkt müsse die Frage stehen, unter welchen Bedingungen sich eine wirtschaftlich tragfähige Nutzung der Zoosäle realisieren lässt.

Dabei sollen insbesondere das Eigentumsmodell, die denkmalrechtlichen Anforderungen, die Erschließung, die Zahl und Anordnung der Stellplätze sowie mögliche Nutzungsvarianten erneut betrachtet werden. Die CDU fordert dabei einen stärker lösungsorientierten Ansatz, der wirtschaftliche und städtebauliche Anforderungen miteinander verbindet.

Zeitdruck durch Bundesgartenschau 2031

Für die CDU erhöht die geplante Bundesgartenschau 2031 den Handlungsdruck. Bei einem Projekt dieser Größenordnung seien für Planung, Finanzierung, Genehmigungsverfahren und Sanierung mehrere Jahre erforderlich. Weitere Verzögerungen könnten deshalb die Entwicklungsperspektive der Zoosäle erheblich einschränken.

Die Ratsfraktion erwartet, dass die Stadt noch 2026 die Voraussetzungen für ein überarbeitetes Verfahren schafft. Dazu gehören aus ihrer Sicht eine gezielte Ansprache potenzieller Investoren und ein verbindlicher Zeitplan. Ziel müsse eine möglichst rasche belastbare Perspektive für die weitere Entwicklung des historischen Gebäudes sein.

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