In Kürze beginnen an der Gewerbeschulstraße die Tiefbauarbeiten für den Neubau: Anfang Februar sollen Sondierungsbohrungen mit Blick auf eventuell vorhandene Kampfmittel durchgeführt und anschließend die Baugrube hergestellt werden. Aktuell ist die zweizügige Gemeinschaftsgrundschule Gewerbeschulstraße am Vorläuferstandort an der Rudolf-Steiner-Straße, ihr neues Domizil soll sie zum Schuljahresbeginn 2028 beziehen. Die Gesamtkosten betragen rund 17,2 Millionen Euro.
Auf dem Grundstück an der Gewerbeschulstraße befanden sich bis zum Abbruch im Sommer 2022 zwei miteinander verbundene Gebäude, die von der Hauptschule Emilienstraße genutzt wurden. Dort entstehen nun zwei Baukörper, die mit einem dritten, sie verbindenden Trakt den zur Gewerbeschulstraße hin offenen Schulhof einrahmen. Der Entwurf des Architekturbüros setzt auf rund 2700 Quadratmeter Grundfläche all das um, was von einer Projektgruppe mit erfahrenen Pädagogen als Anforderung formuliert worden war, um moderne pädagogische Konzepte umsetzen zu können.
Im Erdgeschoss des am Heidter Berg gelegenen Bauflügels bildet der „Marktplatz“ den zentralen Bereich der Schule, der als Speiseraum, für den offenen Ganztag oder als Raum für Aufführungen dient. In den beiden weit auskragenden Stockwerken darüber liegen die sogenannten „Cluster“: Jeweils vier Klassen- und zwei Differenzierungsräume sowie eine Teamstation für Lehrkräfte sind um eine „gemeinsame Mitte“ angeordnet, die als Treffpunkt oder zum Rückzug genutzt werden kann.
Im östlichen Bauflügel an der Albertstraße sind im Erdgeschoss unter anderem die Bibliothek und ein Mehrzweckraum untergebracht, darüber die Verwaltung, im Untergeschoss gibt es Stellplätze für Fahrräder.
Das Dach des Verbindungstrakts im Norden wird als Terrasse mit Spielfläche und Hochbeeten ausgebildet. Mit fast 300 Quadratmetern erweitert diese den etwa 700 Quadratmeter großen Schulhof, zu dem eine breite Treppe hinunterführt, die als Außenklassenzimmer genutzt werden kann. Für die übrigen Dächer sind Dachbegrünungen und Photovoltaik vorgesehen.
Mit zwei Aufzügen werden Räume und Terrasse der inklusiven Grundschule barrierefrei, über Kontraststreifen auf den Treppen ist es auch Sehbehinderten möglich, sich unabhängig sicher durchs Gebäude zu bewegen.
Die Schule wird als Betonbau ausgeführt, was im Gebäudeinneren teilweise sichtbar bleibt. Die Glasfassade im Erdgeschoss sorgt für reichlich Tageslicht und vielfältige Blickbezüge in den Außenbereich, die helle Fassade der oberen Geschosse ist nach Süden hin weitgehend geschlossen, um Überhitzung zu vermeiden. Besonders auffällig ist die überdimensionale Hausnummer am östlichen Baukörper.