Die Führungskräfte der Stadt Wuppertal haben sich mit einem offenen Brief hinter Oberbürgermeisterin Miriam Scherff gestellt. Anlass sind die massiven Beleidigungen, sexistischen Anfeindungen und Gewaltandrohungen, denen Scherff nach eigenen Angaben seit Längerem insbesondere in sozialen Netzwerken ausgesetzt ist. Nach ihrer öffentlichen Stellungnahme berichteten auch weitere Mandatsträger von vergleichbaren Erfahrungen mit Diskriminierung und Hassbotschaften.
Unterzeichnet wurde der Brief vom Verwaltungsvorstand, den Leitungen der Ressorts, Ämter, Stadt- und Eigenbetriebe sowie der städtischen Gesellschaften und der Personalvertretung. Darin sprechen die Unterzeichner der Oberbürgermeisterin und allen betroffenen Mandatsträgern ihre uneingeschränkte Unterstützung aus und verurteilen jede Form von Beleidigung, Bedrohung und Diskriminierung.
Besonders scharf kritisieren die Verfasser die zunehmende Intensität der Angriffe. Während sexistische Anfeindungen gegenüber Frauen im öffentlichen Leben seit Jahren ein Problem seien, habe die Entwicklung inzwischen ein Ausmaß erreicht, das auch Drohungen gegen Familienangehörige einschließe und damit eine neue Dimension überschreite.
Zugleich betonen die Führungskräfte die Bedeutung einer vielfältig aufgestellten Stadtverwaltung. Mit einer Oberbürgermeisterin, mehreren Dezernenten und zahlreichen Frauen in Führungspositionen sei die Verwaltung in den vergangenen Jahren vielfältiger geworden. Unterschiedliche Perspektiven stärkten nach ihrer Auffassung die Qualität von Entscheidungen und bereicherten das Verwaltungshandeln.
Nach Ansicht der Unterzeichner dürfen Einschüchterungsversuche nicht dazu führen, dass Menschen Verantwortung in Politik, Verwaltung oder anderen Führungspositionen aufgeben. Sie bekräftigen daher ihre Unterstützung für Miriam Scherff sowie alle Mandatsträger, die Ziel von Hass, Diskriminierung oder Bedrohungen werden.
Führungskräfte der Stadt Wuppertal bekunden Solidarität mit Oberbürgermeisterin Scherff
Miriam Scherff,Facebook/CCA