Wuppertal. In Oberbarmen entsteht ein partizipatives Kunstprojekt, das den sozialen Zusammenhalt im Stadtteil stärken soll. Unter dem Titel „Fließ-Bänder“ initiiert das Bürgerforum Oberbarmen eine groß angelegte textile Aktion, bei der Anwohner gemeinsam ein mehrere Meter langes Stoffband gestalten.
Im Mittelpunkt steht die Idee, Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen über kreative Handarbeit miteinander in Kontakt zu bringen. Durch gemeinsames Nähen, Stricken, Häkeln und Gestalten entsteht ein textiles Gesamtkunstwerk, das später am Wupperufer Rosenau sowie an der Brücke Stennert installiert werden soll. Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ finanziert.
Die künstlerische Konzeption sieht vor, ein etwa 1,5 Meter hohes, vielfarbiges Band zu schaffen, das unterschiedliche textile Techniken und kulturelle Muster vereint. Ziel ist es, sowohl die Vielfalt der im Stadtteil vertretenen Kulturen sichtbar zu machen als auch Begegnungen im gemeinsamen Tun zu ermöglichen. Gleichzeitig richtet sich das Angebot insbesondere an Frauen und Mädchen, ohne andere Interessierte auszuschließen.
Bereits in der Vorbereitungsphase beteiligen sich verschiedene Gruppen und Einzelpersonen, darunter Mitglieder internationaler Vereine, die eigene textile Traditionen einbringen. Parallel dazu läuft die Beschaffung von Materialien.
Den Auftakt bildet eine Informations- und Vernetzungsveranstaltung am 18. April in der Färberei. Dort sollen Ideen ausgetauscht, Materialien verteilt und erste Arbeitsgruppen gebildet werden. In den folgenden Wochen organisieren sich kleinere Gruppen eigenständig, um an einzelnen Elementen des Gesamtwerks zu arbeiten.
Im Juli verlagert sich das Projekt an das Rosenau-Ufer. Für eine Woche wird dort ein Pavillon errichtet, der als offener Arbeits- und Begegnungsraum dient. Interessierte können jederzeit dazukommen, sich beteiligen oder erste Erfahrungen im Umgang mit Textilien sammeln. Auch Kinder werden aktiv einbezogen, etwa durch Malangebote auf Stoff oder durch einfache Handarbeitstechniken.
Die einzelnen Arbeitsergebnisse werden anschließend von zwei professionellen Näherinnen zusammengefügt, sodass das Gesamtwerk rechtzeitig zur Abschlussveranstaltung am 11. Juli fertiggestellt ist. An diesem Tag ist neben der Installation der Stoffbänder ein öffentliches Fest auf dem Vorplatz der Färberei vorgesehen, begleitet von Musik, gastronomischen Angeboten und weiteren Beiträgen der Teilnehmenden.
Über den Sommer hinaus ist geplant, das entstandene Kunstwerk an verschiedenen Orten zu präsentieren. Perspektivisch sollen Teile der Arbeit ausgeliehen und im Herbst an wechselnden Standorten gezeigt werden. Gegen Jahresende ist zudem eine Ausstellung in der Färberei vorgesehen.
Kunstprojekt in Oberbarmen setzt auf gemeinsames Gestalten und kulturellen Austausch
Wtotal/CCA