Mikroneedle-Pflaster mit Steviosid erhöht Minoxidil-Aufnahme im Mausmodell

Daniel H/CCA


Ein internationales Forscherteam berichtet in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials über einen Ansatz, der die transkutane Verabreichung von Minoxidil verbessern soll. Kern der Entwicklung ist ein auflösbares Mikroneedle-Pflaster, das mit Steviosid — einem Inhaltsstoff der Stevia-Pflanze — kombiniert wurde, um die Aufnahme des Wirkstoffs durch die Haut zu erhöhen.

Hintergrund

Minoxidil ist ein etabliertes Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall, seine Wirksamkeit wird jedoch durch die begrenzte Penetration in die Haut eingeschränkt. Mikroneedles sollen die Hautbarriere überwinden und eine direkte Freisetzung des Wirkstoffs in tiefere Hautschichten ermöglichen.

Studie und Ergebnisse

In Tierversuchen an speziell gezüchteten Mäusen steigerten die Steviosid-haltigen, sich auflösenden Mikroneedles die gemessene Aufnahme von Minoxidil um den Faktor 18. Innerhalb von 35 Tagen zeigten die behandelten Tiere eine Wiederbedeckung kahl gewordener Areale von rund zwei Dritteln des vorher verlorenen Fells. Die Nadeln lösten sich nach der Anwendung auf, was nach den Angaben der Autoren mit geringeren Hautirritationen und einer kontinuierlichen Medikamentenfreisetzung einherging.

Einschränkungen

Die vorliegenden Befunde beruhen ausschließlich auf einem Mausmodell. Unterschiede in Hautaufbau, Durchblutung und Haarwachstumszyklen zwischen Maus und Mensch schränken die Übertragbarkeit der Ergebnisse ein. Aussagen zur Wirksamkeit und Sicherheit beim Menschen lassen sich daher nicht ableiten; hierfür sind kontrollierte klinische Studien erforderlich. Darüber hinaus sind mögliche Langzeitrisiken und lokale Nebenwirkungen bei wiederholter Anwendung zu prüfen.

Weiteres Vorgehen

Die Publikation liefert präklinische Daten, die als Grundlage für weiterführende Untersuchungen dienen können. Als nächste Schritte sind sicherheitsorientierte Studien und klinische Prüfungen nötig, um das Potenzial der Methode für die humanmedizinische Anwendung zu bewerten. Sollte sich der Wirkmechanismus auch beim Menschen bestätigen, könnten in einigen Jahren möglicherweise auch Glatzenträger in Wuppertal und darüber hinaus auf neue, wirksamere Behandlungsmöglichkeiten hoffen.

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