Die Regiobahn treibt die Modernisierung ihrer Infrastruktur voran und stellt den Betrieb auf der Linie S28 zwischen Wuppertal und Kaarst auf elektrische Traktion um. Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember soll zugleich ein dichterer Takt eingeführt werden: Künftig verkehren die Züge im 20-Minuten-Abstand bis zum Wuppertaler Hauptbahnhof.
Im Zuge der Umstellung werden die bislang eingesetzten Dieseltriebwagen durch neue Elektrotriebzüge ersetzt. Diese gelten als deutlich wartungsärmer und sollen den Betrieb spürbar zuverlässiger, leiser und schneller machen. Zudem erwartet das Unternehmen eine jährliche Einsparung von rund zwei Millionen Litern Diesel.
Hohe Investitionen und öffentliche Förderung
Die Gesamtkosten für den Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke belaufen sich auf rund 170 Millionen Euro. Den größten Anteil trägt der Bund mit etwa 60 Prozent, während das Land Nordrhein-Westfalen rund 30 Prozent übernimmt. Die verbleibenden Mittel finanziert die Regiobahn selbst.
Die Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Elektrifizierung des Schienenverkehrs in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, die Umweltbelastung zu reduzieren und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern. Allein auf der S28-Strecke wird eine jährliche Einsparung von etwa 6.000 Tonnen CO₂ erwartet.
Probleme mit bisherigen Fahrzeugen
Der Austausch der bestehenden Flotte ist auch eine Reaktion auf technische Schwierigkeiten der bisherigen Fahrzeuge. Die Regiobahn hatte im Jahr 2021 insgesamt 17 gebrauchte Dieseltriebzüge des Typs „Integral“ übernommen, die sich jedoch als störanfällig erwiesen. Der Wartungsaufwand war entsprechend hoch.
Die Problematik erreichte 2024 einen Höhepunkt, als ein Triebwagen auf freier Strecke ausbrannte und seitdem außer Betrieb ist. Die Erfahrungen mit diesen Fahrzeugen haben die Notwendigkeit einer grundlegenden Modernisierung zusätzlich unterstrichen.
Weitere Ausbaupläne
Über die Elektrifizierung der S28 hinaus plant das Unternehmen weitere Investitionen. Bereits Mitte des Jahres sollen auf der Linie RE47 zwischen Remscheid, Solingen und Düsseldorf batteriebetriebene Züge eingesetzt werden. Damit soll der bislang notwendige Schienenersatzverkehr entfallen.
Darüber hinaus ist der Bau einer neuen Werkstatthalle am Standort Mettmann vorgesehen. Dort sollen künftig sowohl elektrische als auch konventionelle Triebzüge gewartet werden. Perspektivisch will sich die Regiobahn zudem als technischer Dienstleister für andere Verkehrsunternehmen etablieren.
Regiobahn elektrifiziert Strecke zwischen Wuppertal und Kaarst
Alessandro Osipov/CCA