Beschädigte Oberleitungen, Zugausfälle und erhebliche Verspätungen beeinträchtigen den Regionalverkehr. Auch am Montagmorgen mussten Reisende mit längeren Fahrzeiten und kurzfristigen Änderungen rechnen.
Die Folgen der stürmischen Wetterlage haben den Bahnverkehr im Raum Wuppertal auch zu Beginn der Woche erheblich beeinträchtigt. Am Montagmorgen verspäteten sich zahlreiche Züge um 30 bis 120 Minuten. Auf den Linien RE 49, RB 48 und S 9 kam es zu Ausfällen. Besonders betroffen waren Verbindungen zwischen Wuppertal, Velbert und Essen.
Oberleitungsschaden zwingt Reisende zu Umwegen
Auslöser der Einschränkungen war unter anderem ein umgestürzter Baum zwischen Velbert-Langenberg und Essen-Kupferdreh, der die Oberleitung beschädigte. In der Folge konnten die S 9 und der RE 49 ihre regulären Strecken nicht mehr vollständig bedienen.
Am Samstag mussten zahlreiche Fahrgäste deshalb alternative Verbindungen nutzen. Eine Redakteurin der Westdeutschen Zeitung berichtete von einer Fahrt, bei der die S 9 zwar in Barmen eintraf, jedoch am Wuppertaler Hauptbahnhof endete. Da der angekündigte Schienenersatzverkehr zunächst nicht wie erwartet zur Verfügung stand, wich sie auf eine Verbindung über Düsseldorf aus. Dadurch erreichte sie Essen rund 40 Minuten später als geplant.
Auch andere Reisende warteten zunächst vergeblich auf Ersatzbusse und entschieden sich anschließend für die Umleitung über die Landeshauptstadt. Zwischen Düsseldorf und Essen stand zusätzlich die Linie RE 100 zur Verfügung, die über Kettwig verkehrte. Die ohnehin durch Bauarbeiten eingeschränkte Strecke über Duisburg bot ebenfalls keine uneingeschränkte Alternative.
Neben den langen Fahrzeiten erschwerte vor allem die wechselnde Informationslage die Reiseplanung. Die angekündigte Dauer der Störung wurde mehrfach angepasst. Ursprünglich war eine Behebung am Samstag gegen 14 Uhr in Aussicht gestellt worden.
Unzufriedenheit bei den Fahrgästen
Die anhaltenden Beeinträchtigungen sorgten auch am Montag für Verärgerung. Besonders Pendler, die regelmäßig auf zuverlässige Zugverbindungen angewiesen sind, beklagten die wiederkehrenden Probleme im Raum Wuppertal. Ein 48-jähriger Bahnreisender hatte nach eigenen Angaben sogar seinen Arbeitsplatz gewechselt, weil er den regionalen Bahnverkehr als dauerhaft unzuverlässig erlebt. Auch der Ersatzverkehr mit Bussen stelle für ihn keine zufriedenstellende Lösung dar.
Ein weiterer Fahrgast im Alter von 60 Jahren musste aufgrund der Störungen am Wochenende seine gesamte Reiseroute ändern. Am Montag setzte sich die Verspätung fort: Sein Zug traf bereits mit einer Verzögerung von 15 Minuten ein. Insbesondere in Nordrhein-Westfalen seien die Einschränkungen aus seiner Sicht erheblich.
Reparaturen an der Oberleitung dauern an
Nach Angaben der Deutschen Bahn sind die Aufräumarbeiten zwischen Velbert-Langenberg und Wuppertal-Vohwinkel abgeschlossen. Inzwischen werde an der beschädigten Oberleitung gearbeitet. Wann die Reparaturen beendet sein werden, lasse sich derzeit jedoch nicht verlässlich abschätzen.
Bis zur vollständigen Wiederherstellung der Strecke müssen Fahrgäste weiterhin mit Ausfällen und Verspätungen im Regional- und S-Bahn-Verkehr rechnen. Die betroffenen Züge beginnen beziehungsweise enden vorübergehend in Essen oder Wuppertal. Zwischen dem Essener Hauptbahnhof und Wuppertal-Vohwinkel wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
Die Deutsche Bahn empfiehlt Reisenden, sich vor Fahrtantritt über die aktuellen Verbindungen und mögliche Änderungen auf bahn.de oder zuginfo.nrw zu informieren.
Zusätzliche Einschränkungen gibt es auf der Linie RB 48. Dort führen kurzfristige Personalausfälle zu weiteren Zugausfällen und verschärfen die angespannte Situation im regionalen Bahnverkehr.
Sturmfolgen belasten Bahnverkehr rund um Wuppertal weiterhin
Wtotal/CCA