Weltbienentag rückt Bedrohung für heimische Bienen in den Mittelpunkt

Daniel H/CCA



Wuppertaler Imker Dirk Günther beobachtet seit Jahren die Folgen der Asiatischen Hornisse an der Nordbahntrasse

Am 20. Mai wird weltweit der Weltbienentag begangen. Der von den Vereinten Nationen eingeführte Aktionstag soll auf die zentrale Bedeutung von Bienen für Landwirtschaft, Artenvielfalt und Ökosysteme aufmerksam machen. Gleichzeitig rücken die zunehmenden Gefahren für Honig- und Wildbienen immer stärker in den Fokus. Neben Pestiziden, dem Verlust natürlicher Lebensräume und dem Klimawandel sorgt insbesondere die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse in Deutschland für wachsende Besorgnis unter Imkern.

Auch in Wuppertal sind die Auswirkungen inzwischen deutlich spürbar. Der Stadtimker Dirk Günther, der mehr als 20 Bienenvölker betreut, beobachtet nach eigenen Erfahrungen seit rund zwei Jahren zunehmende Probleme durch die invasive Hornissenart. Die Asiatische Hornisse jagt bevorzugt direkt vor Bienenstöcken und fängt heimkehrende Arbeiterinnen im Flug. Für die Völker bedeutet dies erheblichen Stress und eine spürbare Schwächung der Sammelleistung.

Die invasive Art breitet sich seit Jahren zunehmend in Nordrhein-Westfalen aus. Experten gehen inzwischen davon aus, dass sich die Asiatische Hornisse dauerhaft in weiten Teilen Deutschlands etablieren wird. Besonders betroffen sind Regionen mit hoher Bienendichte und mildem Klima. Für kleinere Imkereien wächst dadurch nicht nur der organisatorische Aufwand, sondern auch die Sorge um die langfristige Stabilität der Bestände.

Dabei gelten die Bedingungen für Bienen in Wuppertal grundsätzlich als vergleichsweise günstig. Zahlreiche Grünflächen, Kleingärten, Obstbäume und bepflanzte Böschungen entlang der Nordbahntrasse bieten ein vielfältiges Nahrungsangebot. Aus dieser Umgebung entsteht der regionale Wildhonig von Dirk Günther, der direkt an der Trasse verkauft wird. Der Honig gilt als naturbelassenes Produkt aus urbaner Imkerei und spiegelt die Pflanzenvielfalt der Stadt wider.

Der Verkaufsstand nahe des Loher Bahnhofs ist für viele Radfahrer und Spaziergänger inzwischen ein fester Anlaufpunkt geworden. Neben Wildhonig bietet Günther dort auch Produkte aus eigenem Bienenwachs an. Die Verbindung aus regionaler Produktion, nachhaltiger Imkerei und direktem Verkauf macht den Betrieb zu einem Beispiel für lokales Handwerk und umweltbewusstes Wirtschaften.

Gerade zum Weltbienentag gewinnt die Unterstützung regionaler Imkereien zusätzliche Bedeutung. Wer auf der Nordbahntrasse unterwegs ist, kann mit dem Kauf von Wuppertaler Wildhonig nicht nur ein lokales Handwerk stärken, sondern zugleich einen Beitrag zum Schutz heimischer Bienenvölker leisten. Angesichts wachsender ökologischer Herausforderungen wird die Unterstützung regionaler Imkereien und lokaler Strukturen zunehmend wichtiger.

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