22,5 Millionen Euro an Automaten verloren
Wuppertal verfügt im Vergleich zu anderen Kommunen in Nordrhein-Westfalen über ein besonders dichtes Angebot an Spielhallen und Geldspielgeräten. Das geht aus der aktuellen „Roten Studie“ der Landesfachstelle Glücksspielsucht NRW hervor. Zum Stichtag 1. Januar 2026 wurden in der Stadt 61 Spielhallenkonzessionen an 47 Standorten registriert. Hinzu kamen 783 Geldspielgeräte: 570 davon standen in Spielhallen, weitere 213 in Gaststätten.
Damit entfiel in Wuppertal rechnerisch auf eine Spielhallenkonzession eine Einwohnerzahl von 5856. Der Median für Nordrhein-Westfalen lag bei 7266 Einwohnern je Konzession. Je niedriger der Wert, desto dichter ist das Angebot. Wuppertal weist somit eine deutlich höhere Spielhallendichte auf als die typische Kommune in Nordrhein-Westfalen.
Noch größer ist der Abstand beim Bestand an Geldspielgeräten. In Wuppertal kam zum Stichtag ein Gerät auf 456 Einwohner. Landesweit lag der Median bei 596 Einwohnern je Gerät. Auch in dieser Kategorie gehört Wuppertal damit zu den Kommunen mit besonders hoher Angebotsdichte.
Rückgang bei Spielhallen, mehr Geräte in Gaststätten
Landesweit hat sich das Spielhallenangebot in den vergangenen Jahren verringert. In den für den Vergleich herangezogenen Kommunen sank die Zahl der Konzessionen zwischen 2024 und 2026 von 2440 auf 2212. Die Zahl der Spielhallenstandorte ging von 1780 auf 1509 zurück. Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der Geldspielgeräte in Spielhallen von 26.276 auf 23.873.
Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich bei den Gaststätten. Dort stieg die Zahl der Geldspielgeräte im gleichen Zeitraum von 7957 auf 8530. Die Landesfachstelle beschreibt die Entwicklung deshalb als Rückgang und zugleich stärkere räumliche Konzentration des Spielhallenangebots bei einem leicht wachsenden Angebot in Gaststätten.
Insgesamt wurden in Nordrhein-Westfalen 35.846 Geldspielgeräte erfasst. Davon standen 26.278 in Spielhallen und 9672 in Gaststätten. Das Glücksspielangebot war in 343 von 346 Kommunen vorhanden.
22,5 Millionen Euro Verlust im Jahr 2025
Auch die finanziellen Dimensionen des Automatenspiels in Wuppertal sind erheblich. Nach einer Hochrechnung der Studie verloren Spieler im Jahr 2025 an Geldspielgeräten in den Wuppertaler Spielhallen insgesamt rund 22,5 Millionen Euro.
Damit lag der errechnete Jahresverlust deutlich über dem Wert von 2024, als sich die Summe auf 18,7 Millionen Euro belief. Noch höher war der Betrag im Jahr 2020. Damals wurden Verluste von rund 27,7 Millionen Euro verzeichnet. Die Studie weist damit für Wuppertal den höchsten Jahresverlust seit Beginn ihrer entsprechenden Aufzeichnungen im Jahr 1998 für das Jahr 2020 aus.
Wenig spezialisierte Hilfe vor Ort
Dem vergleichsweise umfangreichen Glücksspielangebot steht in Wuppertal ein begrenztes spezialisiertes Beratungsangebot gegenüber. Bis Ende Dezember 2025 gab es in der Stadt keine Beratungsstelle, die ausschließlich auf Glücksspielsucht ausgerichtet war. Fünf Beratungsstellen boten jedoch zumindest eine Betreuung bei problematischem Glücksspiel an.
Landesweit wurden 50 Beratungsstellen mit einem spezifischen Angebot für Glücksspielprobleme erfasst. Die Verteilung zeigt damit ein deutliches Missverhältnis: Während Glücksspielmöglichkeiten in nahezu allen Kommunen vorhanden sind, gibt es spezialisierte Hilfsangebote nur an vergleichsweise wenigen Orten.
Die Daten der Landesfachstelle verdeutlichen damit insbesondere für Wuppertal die unterschiedliche Entwicklung von Glücksspielangebot und Präventionsstruktur. Einer hohen Dichte an Spielhallen und Geldspielgeräten steht ein vergleichsweise begrenztes Netz spezialisierter Beratungsangebote gegenüber.
Wuppertal weist hohe Dichte an Spielhallen und Geldspielgeräten auf
Daniel H/CCA