Elba-Hallen in Wuppertal insolvent – Investor für Gewerbeimmobilie gesucht

Daniel H/CCA


Die Elba-Hallen an der Moritzstraße stehen vor einer ungewissen Zukunft. Die Elba GmbH, Eigentümerin des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes, hat Insolvenz angemeldet. Nun soll ein Investor für die Immobilie gefunden werden. Die bestehenden Mietverhältnisse sollen zunächst unverändert fortgeführt werden.

Nach Angaben des Insolvenzverwalters Mike Westkamp wird derzeit ein Vermarktungsverfahren vorbereitet. Ziel ist es, einen neuen Eigentümer für die Gewerbeimmobilie zu gewinnen. Der bisherige Immobilienentwickler Bodo Küpper äußerte sich auf Anfrage nicht zum Insolvenzverfahren.

Codeks hat die Elba-Hallen bereits verlassen

Zu den früheren Nutzern der Immobilie gehörte der von Küpper mitgeführte Büroflächenanbieter Codeks. Der Coworking-Anbieter hatte dort auf rund 2000 Quadratmetern einen der größten Coworking-Standorte Wuppertals betrieben. Selbstständige und Unternehmen konnten dort zeitlich befristete Arbeitsplätze und Büros nutzen. Der Standort wurde bereits vor einigen Wochen geschlossen.

Weitere Mieter sind unter anderem Radio Wuppertal und die Bergische Universität Wuppertal. Nach Angaben des Insolvenzverwalters sollen die derzeit bestehenden Mietverträge grundsätzlich unverändert weiterlaufen.

Von der Ordnerfabrik zum Bürostandort

Die Geschichte der Elba-Hallen reicht bis in die industrielle Vergangenheit Wuppertals zurück. In der ehemaligen Fabrik wurden einst die bekannten Elba-Ordner produziert. Nachdem die Elba-Gesellschaft 1998 Insolvenz angemeldet hatte, stand das Gebäude nahezu zehn Jahre leer.

Anschließend übernahm Bodo Küpper die denkmalgeschützte Immobilie und ließ sie umfangreich sanieren und zu einem modernen Bürostandort umbauen. Mit der Ansiedlung von Codeks sollte sich das Areal zu einem wichtigen Standort für junge Unternehmen, Selbstständige und kreative Branchen entwickeln. Im vergangenen Jahr nutzte auch der frühere Wuppertaler Oberbürgermeister Uwe Schneidewind die Räume für seinen Abschiedsabend.

Pläne für Luxus-Lofts nicht umgesetzt

Ursprünglich war die Entwicklung der Elba-Hallen noch deutlich umfassender geplant. Neben den Büroflächen sollten 31 hochwertige Lofts entstehen. Eine entsprechende Baugenehmigung lag bereits vor, die Fertigstellung war für Anfang 2024 vorgesehen.

Für die Vermarktung waren potenzielle Kapitalanleger angesprochen worden. Das Konzept sah vor, die Wohnungen insbesondere über steuerliche Vorteile der Denkmalabschreibung attraktiv zu machen. Nach früheren Angaben Küppers gab es rund 70 Interessenten für die Lofts, darunter allerdings nur wenige aus Wuppertal.

Eine Umsetzung des Wohnprojekts erfolgte letztlich nicht. Die Vorstellungen über die Vermarktung führten zum Ende der Zusammenarbeit mit dem damaligen Makler. Das Konzept für das geplante Luxuswohnen wurde anschließend nicht weiterverfolgt.

Wirtschaftsförderung sieht Schlüsselimmobilie

Die Wuppertaler Wirtschaftsförderung ist über das Insolvenzverfahren informiert und hat bereits Kontakt zum zuständigen Immobilienmakler aufgenommen. Vorständin Eva Platz misst dem Gebäudekomplex eine besondere Bedeutung für den Stadtteil Arrenberg bei.

Aus Sicht der Wirtschaftsförderung kommt es nun darauf an, möglichst rasch einen Investor mit einem tragfähigen Nutzungskonzept zu finden. Dieses sollte zur Entwicklung des Arrenbergs als jungem, kreativem und nachhaltig ausgerichtetem Quartier passen. Die Wirtschaftsförderung hat dem Vermarktungspartner Unterstützung bei der weiteren Entwicklung der Immobilie angeboten.

Streit um Fernwärmeversorgung

Bereits Anfang des Jahres war der Gebäudekomplex, der unter dem Namen „Elba-Zukunftswerk“ geführt wird, in die Schlagzeilen geraten. Damals gab es einen Konflikt zwischen der Elba GmbH und den Wuppertaler Stadtwerken über die weitere Versorgung mit Fernwärme. Zwischenzeitlich waren die Mieter von der Wärmeversorgung abgeschnitten.

Nach Darstellung der Wuppertaler Stadtwerke hatten die Gespräche über einen neuen Versorgungsvertrag bereits im November begonnen. Ein Vertrag mit Beginn zum 1. Dezember 2025 kam zunächst nicht zustande. Inzwischen ist die Versorgung nach Angaben der Stadtwerke wiederhergestellt worden. Die Wärmeversorgung wurde demnach am 4. März wieder aufgenommen.

Das könnte Dich auch interessieren

Haus und Grund wirft Wuppertaler Stadtverwaltung Versäumnisse vor

Wuppertaler SV leitet Sanierung ein

Geschwindigkeitskontrollen im Bergischen: Polizei registriert 466 Verstöße in Wuppertal