Wuppertaler Kinder erschaffen eine Stadt aus mehr als 100.000 Bausteinen

Daniel H/CCA



Herbstferienprojekt im Nachbarschaftsheim Heckinghausen bringt rund 280 junge Teilnehmer zusammen – Ausstellung zeigt fantasievolle Bauwerke, nächste Auflage für Ostern 2027 geplant

Wuppertal. Eine Stadt mit Hochhäusern, Ritterburgen, Parks, einem Fußballstadion und sogar einem Gefängnis ist in den Herbstferien im Nachbarschaftsheim am Platz der Republik entstanden. Rund 280 Kinder beteiligten sich vom 26. bis 29. Oktober an der fünften Auflage der Aktion „Bauen ohne Grenzen“. Aus Tausenden bunten Bausteinen entwickelten sie eigene Gebäude, Landschaften und ganze Stadtviertel.

Das Ferienangebot verbindet kreatives Gestalten mit gemeinschaftlichem Spielen. Dabei stehen nicht die Größe oder die technische Komplexität der Bauwerke im Mittelpunkt, sondern die Ideen der Kinder und ihre Freude am gemeinsamen Konstruieren.

Gemeinsames Bauen ohne Sprachbarrieren

Die Veranstaltung richtet sich an Kinder unterschiedlicher Altersgruppen und Herkunft. Sie können allein, mit Freunden oder in kleinen Gruppen bauen. Auch Familien nutzen das Angebot, das kostenlos und ohne besondere Vorkenntnisse zugänglich ist.

Am Vormittag steht das Nachbarschaftsheim angemeldeten Gruppen zur Verfügung. Nachmittags können Kinder gemeinsam mit einem Erwachsenen teilnehmen. Eltern, Großeltern, Verwandte und Freunde begleiten die jungen Konstrukteure dabei.

Marc Freund, Fachbereichsleiter des Offenen Ganztages, betreut das Projekt. Die benötigten Bausteine stammen überwiegend aus Spenden von Wuppertaler Bürgern. Inzwischen stehen mehr als 100.000 Steine für die Ferienaktion zur Verfügung.

Die gemeinsame Arbeit ermöglicht Begegnungen unabhängig von Herkunft oder Sprache. Die Kinder entwickeln eigene Vorstellungen, setzen sie um und ergänzen die Ideen anderer Teilnehmer. So entsteht jedes Jahr eine Stadt, deren Gestaltung von den Vorstellungen ihrer jungen Erbauer geprägt wird.

Von Dinosauriern bis zu schwimmenden Schiffen

Die entstandene Stadt zeigt eine große Bandbreite an Bauideen. Neben Wohnhäusern und Hochhäusern finden sich eine Ritterburg, ein Zoo, eine Polizeistation, ein Bahnhof und ein Fußballstadion. Auch Kreuzfahrtschiffe, Autos und unterschiedliche Landschaften gehören zur Ausstellung.

Besonders auffällig sind die zahlreichen Grünflächen und Parkanlagen. Blaue Bausteine dienen häufig als Grundlage für Wasserflächen. In diesem Jahr erweiterten die Kinder ihre Konstruktionen um echtes Wasser, auf dem kleine Schiffe schwimmen konnten.

Die Bauwerke entstehen in ihrem eigenen Tempo. Sobald ein Kind oder eine Gruppe ein Projekt abgeschlossen hat, wird dies mit einem Glockensignal bekannt gegeben. Anschließend erhalten die Konstrukteure Anerkennung für ihre Arbeit.

Ausstellung macht die Ergebnisse öffentlich

Am Donnerstag wurde die entstandene Stadt für Besucher geöffnet. Familien und Gäste konnten die Bauwerke erstmals in ihrer Gesamtheit betrachten.

Vor der Eröffnung versammelten sich zahlreiche Kinder, Eltern und Großeltern im Nachbarschaftsheim. Nach dem offiziellen Start suchten die jungen Teilnehmer ihre eigenen Konstruktionen zwischen den Gebäuden. Viele hielten ihre Werke fotografisch fest und zeigten sie ihren Angehörigen.

Die Ausstellung verdeutlichte, wie unterschiedlich die Vorstellungen der Kinder umgesetzt wurden. Neben fantasievollen Einzelgebäuden waren umfangreiche Anlagen entstanden, die gemeinsam eine abwechslungsreiche Stadtlandschaft bildeten.

Sparkassenmitarbeiter unterstützen die Ferienaktion

An mehreren Veranstaltungstagen beteiligten sich Mitarbeiter der Sparkasse im Rahmen eines Social Days an dem Projekt. Sie unterstützten insbesondere bei der Vorbereitung des Baumaterials.

Dazu gehörte das Sortieren der zahlreichen Bausteine, bevor diese von den Kindern verwendet werden konnten. Die organisatorische Arbeit ist ein wichtiger Bestandteil der Aktion, da für die Bautage große Mengen an Material bereitgestellt werden müssen.

Die Teilnehmer erhielten als Erinnerung einen Baustellenpass und einen Baustein mit dem Logo des Nachbarschaftsheims. Auch ein eigens gebackener Kuchen in Form von Bausteinen gehörte zum Angebot.

Helfer und weitere Bausteinspenden gesucht

Die nächste Ausgabe von „Bauen ohne Grenzen“ ist für die Osterferien 2027 vorgesehen. Damit das Projekt fortgesetzt werden kann, benötigt das Nachbarschaftsheim zusätzliche Unterstützung.

Da derzeit keine weiteren finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, werden ehrenamtliche Helfer gesucht. Sie sollen sowohl bei der Vorbereitung und Sortierung der Bausteine als auch während der Veranstaltung mitarbeiten.

Auch weitere Spenden von Bausteinen sind willkommen. Interessierte können sich an Marc Freund vom Nachbarschaftsheim wenden.

Kontakt: freund@nachbarschaftsheim-wuppertal.de

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