Wuppertaler Kirchenglocken finden neue Heimat in Slowenien

DALIBRI/CCA


Wuppertal. Die Entwidmung der Alten Kirche am Kolk markierte im vergangenen Jahr das Ende eines traditionsreichen Gotteshauses im Zentrum Elberfelds. Nun steht der letzte Schritt bevor: In diesen Wochen werden die Kirchenglocken abgebaut und für ihren Transport nach Slowenien vorbereitet.

Abschluss eines langen Abschieds

Seit der offiziellen Entwidmung im September 2024 hat die Evangelische Gemeinde Elberfeld-Nord das Gebäude schrittweise geräumt. Altar, Kanzel und Taufstein wurden bereits entfernt, ebenso die Holzfigur des segnenden Christus von Karl Hemmeter, die inzwischen in der Auferstehungskirche eine neue Heimat gefunden hat. Auch die Orgel, die über Jahrzehnte Gottesdienste und Konzerte begleitet hatte, wurde an eine Kirchengemeinde in Polen veräußert.

Mit der bevorstehenden Demontage der sechs aufeinander abgestimmten Bronzeglocken endet die Nutzung des Gotteshauses endgültig. Über die Glockenbörse der rheinischen Landeskirche konnte eine neue Gemeinde gefunden werden, die das Ensemble übernehmen wird. Dort sollen die Glocken künftig wieder zum Einsatz kommen und als vollständiger Klangkörper erhalten bleiben.

Technisch anspruchsvoller Abbau

Der Ausbau der mehr als sieben Tonnen schweren Glocken stellt eine erhebliche technische Herausforderung dar. Eine Spezialfirma wurde beauftragt, die Demontage und den Abtransport vorzubereiten. Um die Arbeiten durchführen zu können, wird am 20. November in der Morianstraße zeitweise eine Fahrspur in Richtung Hauptbahnhof gesperrt. Die Gemeinde bittet Anwohner und Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die unvermeidbaren Einschränkungen.

Historisches Gebäude ohne Zukunft als Kirche

Die Alte Kirche am Kolk wurde Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet und bot rund 430 Besuchern Platz. Sie gilt als das zweitälteste Kirchengebäude Elberfelds und steht unter Denkmalschutz. Der bauliche Zustand hatte sich in den vergangenen Jahren jedoch deutlich verschlechtert. Besonders die Sanierung von Turm und Dach hätte nach Schätzungen mehr als zwei Millionen Euro gekostet – eine Summe, die die Gemeinde angesichts sinkender Mitgliederzahlen und rückläufiger Einnahmen nicht aufbringen konnte.

Nach der Entwidmung soll das denkmalgeschützte Gebäude nun verkauft werden. Ziel ist es, den historischen Bau zu erhalten und einer neuen, würdigen Nutzung zuzuführen. Mit dem Abbau der Glocken endet für die Gemeinde ein bedeutendes Kapitel, doch ihr Klang wird künftig in einer slowenischen Kirche weiterleben – als bleibende Erinnerung an ein Stück Wuppertaler Geschichte.

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